Griechenland

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Griechenland
Grie|chen|land; -s:
Staat im S√ľden der Balkanhalbinsel.

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Griechenland,
 
 
 
Fläche: 131 625 km2
 
Einwohner: (2001) 10,94 Mio.
 
Hauptstadt: Athen
 
Amtssprache: Neugriechisch
 
 
Währung: 1 Euro (EUR, ) = 100 Cents
 
Zeitzone: 1300 Athen = 1200 MEZ
 
neugriechisch EllaŐ£s, altgriechisch HeŐ£llas, amtlich neugriechisch EllinikiŐ£ DimokratiŐ£a [¬ĽGriechische Republik¬ę], Staat in S√ľdosteuropa, grenzt im Nordwesten an Albanien und Makedonien, im Norden an Bulgarien, im Nordosten an den europ√§ischen Teil der T√ľrkei; im Osten liegen einige der √Ąg√§ischen Inseln dicht vor der asiatischen K√ľste der T√ľrkei. Die Staatsfl√§che Griechenlands umfasst 131 625 km2, davon entfallen 25 042 km2 auf die Inseln im √∂stlichen Mittelmeer. Griechenland hat (2001) 10,94 Mio. Einwohner; Hauptstadt ist Athen. Amtssprache ist die neugriechische Sprache. W√§hrung: 1 Euro (EUR, ) = 100 Cents. Zeitzone: Osteuropische Zeit (1300 Athen = 1200 MEZ).
 
 Staat und Recht:
 
 
Nach der am 11. 6. 1975 in Kraft getretenen Verfassung ist Griechenland eine Republik. An ihrer Spitze steht der vom Parlament auf f√ľnf Jahre gew√§hlte Pr√§sident (einmalige Wiederwahl ist zul√§ssig), dessen Amt durch Verfassungs√§nderungen vom M√§rz 1986 im Wesentlichen auf repr√§sentative Funktionen beschr√§nkt wurde. Er vertritt den Staat v√∂lkerrechtlich, ist nominell Oberbefehlshaber der Streitkr√§fte und fertigt die vom Parlament beschlossenen Gesetze aus. Die Exekutive liegt bei der Regierung, die des Vertrauens des Parlaments bedarf. Der Pr√§sident ernennt den Ministerpr√§sidenten, der in der Regel F√ľhrer der st√§rksten Parlamentsfraktion sein muss, und auf dessen Vorschlag die Mitglieder des Kabinetts. Oberstes gesetzgebendes Organ ist die Nationalversammlung (mindestens 200, h√∂chstens 300 Abgeordnete, f√ľr vier Jahre gew√§hlt). Seit 1990 wird das Parlament nach einem Mehrheitswahlrecht mit Elementen des Verh√§ltniswahlrechts gew√§hlt. Es besteht Wahlpflicht und eine Dreiprozentklausel. Der Pr√§sident beruft das Parlament ein und kann dessen Sitzungsperiode f√ľr h√∂chstens 30 Tage unterbrechen. In bestimmten F√§llen hat er das Recht, das Parlament aufzul√∂sen, allerdings m√ľssen dann binnen 30 Tagen Neuwahlen angesetzt werden.
 
Parteien:
 
Einflussreichste Parteien sind die sozialdemokratische Panellinio Sosialistiko Kinima (PASOK, deutsche Panhellen. Sozialistische Bewegung; gegr√ľndet 1974), die konservative Nea Dimokratia (ND, deutsche Neue Demokratie; gegr√ľndet 1974), die Kommunistiko Komma Elladas (KKE, deutsche Kommunistische Partei Griechenlands; gegr√ľndet 1918), die Synaspismos tis Aristeras ke ti Proodu (SYNASPISMOS, deutsche Koalition der Linken und des Fortschritts; gegr√ľndet 1989 als Allianz verschiedener politischer Gruppen, seit 1992 Partei) und die Dimikratiki Kinoniku K√≠nimal (DIKI, deutsche Demokratische Soziale Bewegung; gegr√ľndet 1995; linkssozialistisch)
 
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Die Allgemeine Konf√∂deration der Griechischen Arbeiter (GSEE; gegr√ľndet 1918) umfasst in 82 F√∂derationen rd. 5 000 Einzelgewerkschaften mit rd. 700 000 Mitglieder Seit 1950 - mit einer Unterbrechung w√§hrend der Milit√§rdiktatur - ist der Gewerkschaftsverband Mitglied des IBFG, seit 1976 auch des EGB. Daneben existiert die Gesamtgriechische Gewerkschaft der Seeleute (PNO; gegr√ľndet 1920) als Dachverband von 14 Einzelgewerkschaften.
 
 
Das Wappen (1975 nach der Abschaffung der Monarchie eingef√ľhrt) zeigt im Wappenschild in Blau (Symbol f√ľr das Meer) ein silbernes Kreuz, das im fr√ľheren Staatswappen schwebend war. Der Schild ist umrahmt von zwei Lorbeerzweigen. - Die seit 1828 popul√§re neunstreifig blauwei√üe Flagge mit dem Kreuzfeld in der Oberecke wurde am 22. 12. 1978 als allgemeine Nationalflagge gesetzlich wieder eingef√ľhrt.
 
Nationalfeiertage:
 
Nationalfeiertag ist der 25. 3., der als traditioneller ¬ĽUnabh√§ngigkeitstag¬ę an den Beginn des Aufstandes gegen die T√ľrken 1821 erinnert.
 
 
Griechenland besteht aus zehn Regionen, die sich in Verwaltungsbezirke (¬ĽNomoi¬ę) untergliedern. Die M√∂nchsrepublik Athos genie√üt einen Sonderstatus (privilegiertes Selbstverwaltungsrecht).
 
 
Seit dem 23. 2. 1946 gilt das wesentlich vom deutschen BGB beeinflusste Zivilgesetzbuch. Das Handelsrecht ist u. a. kodifiziert in dem Gesammelten √ľber den unlauteren Wettbewerb von 1914, dem Gesammelten √ľber Aktiengesellschaften von 1920 (ge√§ndert 1962), den Wechsel- und Scheckgesetzen sowie dem Kartellgesetz von 1977. Seit 1968 gilt eine neue Zivilprozessordnung, seit 1970 ein neues Adoptionsrecht; die Ehescheidung ist seit 1979 bei mindestens sechsj√§hriger Trennung der Eheleute zul√§ssig. 1983 erfolgte durch die √Ąnderung des Familienrechts die v√∂llige rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau sowie von ehelichen und nichtehelichen Kindern.
 
Der Gerichtsaufbau ist dreigliedrig. Als oberste Gerichte fungieren in Athen der Staatsrat f√ľr das Verwaltungsrecht, der Areopag f√ľr das Zivil- und Strafrecht sowie der Rechnungshof. 1975 wurde ein aus Mitgliedern der drei obersten Gerichte bestehendes oberstes Sondergericht geschaffen, das u. a. √ľber die G√ľltigkeit von Wahlen und Volksabstimmungen oder aber bei Streitf√§llen zwischen Gerichten entscheidet. Des Weiteren existieren Magistratsgerichtsh√∂fe und Friedensrichter sowie Kreis- und Appellationsgerichte.
 
 
Die Gesamtst√§rke der Wehrpflichtarmee (Dienstzeit je nach Teilstreitkraft 15-23 Monate) betr√§gt rd. 166 500, die der paramilit√§rischen Kr√§fte (Gendarmerie) 35 000 Mann; auf Zypern sind etwa 2 000 Soldaten stationiert. Seit 1978 k√∂nnen auch Frauen freiwillig bei allen Waffengattungen dienen. Einen zivilen Ersatzdienst f√ľr Wehrdienstverweigerer gibt es nicht. Das Heer (122 000 Soldaten) verf√ľgt √ľber acht Infanteriedivisionen, f√ľnf Panzerbrigaden und sieben mechanisierte Brigaden sowie weitere Kampf- und Kampfunterst√ľtzungsverb√§nde auf Regiments- und Bataillonsebene. Die Luftwaffe hat 25 000, die Marine rd. 19 500 Mann. Die Ausr√ľstung umfasst im Wesentlichen etwa 1 800 Kampfpanzer (M-60, Leopard 1 und M-48), rd. 300 Kampfflugzeuge (A-7, F-4 Phantom, F-5, F-16, Mirage F-1 und Mirage 2 000), sieben Zerst√∂rer, neun Fregatten, zehn U-Boote und 39 Kleine Kampfschiffe. - Das Land ist Mitglied der NATO (1974-80 Austritt) sowie der WEU und verwendet etwa 10 % der Staatsausgaben f√ľr die Verteidigung. Zus√§tzlich erh√§lt Griechenland eine US-Milit√§rhilfe von rd. 120 Mio. US-$ j√§hrlich.
 
 Landesnatur und Bevölkerung:
 
 
Griechenland umfasst den S√ľden der Balkanhalbinsel. Den s√ľdlichsten Teil des griechischen Festlands nimmt die Halbinsel Peloponnes ein. Der Westk√ľste des Festlands sind die Ionischen Inseln vorgelagert. Die Inseln im √Ąg√§ischen Meer geh√∂ren mit Ausnahme von ńįmroz und Bozca Ada (t√ľrkisches Staatsgebiet) alle zu Griechenland. Der Halbinsel- und Inselstaat mit rd. 15 000 km K√ľsten (4 100 km Festlandsk√ľsten) wird vorwiegend von Gebirgsland eingenommen, in das zahlreiche kleinere Becken eingeschlossen sind. Obwohl das Meer mit vielen Buchten tief in das Land eingreift und die K√ľsten stark gegliedert sind, ist Griechenland arm an guten H√§fen, sodass einzelne Landesteile sogar vom Meer her schwer zug√§nglich sind. Schroffe Gel√§ndeformen, steile Beckenr√§nder, Durchbruchst√§ler, stark erodierende, Schotter f√ľhrende Fl√ľsse, Bodenabsp√ľlung und Badlandsbildungen pr√§gen das Landschaftsbild. Der westliche Teil des griechischen Festlands wird wie die Ionischen Inseln von geologisch jungen Faltengebirgen (verkarstete Kalkketten mit eingelagerten Flyschzonen) durchzogen. Zentraler Kamm (Wasserscheide zwischen Ionischem und √Ąg√§ischem Meer) ist der Pindos, der im Smolikas 2 637 m √ľber dem Meeresspiegel erreicht; er setzt sich auf der Halbinsel Peloponnes (Taygetos 2 407 m √ľber dem Meeresspiegel) und bogenf√∂rmig √ľber Kreta (bis 2 456 m √ľber dem Meeresspiegel) und Rhodos (bis 1 215 m √ľber dem Meeresspiegel) zum kleinasiatischen Festland fort. Bei den W-O verlaufenden Gebirgen Ost- und Nordostgriechenlands handelt es sich um flachwellige Rumpfschollengebirge, deren variskisch gefaltete Massen (Pelagon. Masse, Thrakisch Masse) zum Teil auch in den √Ąg√§ischen Inseln erhalten blieben. Die durch die gro√üen, st√§ndig Wasser f√ľhrenden Balkanfl√ľsse aufgesch√ľtteten oder durch terti√§re Ablagerungen aufgef√ľllten gro√ür√§umigen Ebenen in Nordostgriechenland (Thrakien, Makedonien) sind nach Trockenlegung von Seen und S√ľmpfen die landwirtschaftlich ertragreichsten Gebiete geworden. Die gr√∂√üte geschlossene Landschaft, Thessalien, ist rings von Gebirgen umgeben; im Osten bilden Olymp (mit 2 917 m √ľber dem Meeresspiegel der h√∂chste Berg des Landes), Ossa und Pelion einen Riegel, der nur vom Peneios in der engen Schlucht des Tempetals durchbrochen wird. Aus Nordwest-Thessalien f√ľhrt √ľber den Pindos (Katarapass 1 705 m √ľber dem Meeresspiegel) die einzige bedeutende O-W-Stra√üe nach Epirus. Die aus dem Pindos kommenden Fl√ľsse Arachthos und Acheloos schufen im S√ľdwesten des Landes (Akarnanien, √Ątolien) anbaug√ľnstiges Schwemmland um die Golfe von Arta und Patras. Auf der Landbr√ľcke Mittelgriechenlands zwischen den Golfen von Eub√∂a und von Korinth (Attika, B√∂otien) liegen hinter der Stadt- und Industrielandschaft Athen-Pir√§us-Eleusis in kleinen Becken, Ebenen und T√§lern reine Agrargebiete.
 
 
Griechenland besitzt ein subtropisches Winterregenklima (Passatwechselklima mit winterlicher Zyklonalwitterung). Die warmen, trockenen Sommer sind durch Winde aus n√∂rdlichen Richtungen (Etesien) gekennzeichnet, die Winter durch Regen bringende Winde aus westlichen Richtungen. Niederschl√§ge, Temperatur und Winde werden durch H√∂henlage und Exposition wesentlich modifiziert. So erh√§lt die Westseite Griechenlands aufgrund ihrer Exposition gegen die vom Atlantik kommenden winterlichen Westwinde wesentlich h√∂here Niederschl√§ge als die Ostseite (z. B. Korfu 1 239 mm, Saloniki 441 mm, Patras 728 mm, Athen 395 mm/Jahr). Insgesamt sind die Klimaeigenschaften der Westseite maritimer: der Tages- und Jahresgang der Temperaturen ist ausgeglichener, Frosttage kommen seltener vor. Trotz h√∂herer Niederschl√§ge und h√∂herer Luftfeuchte ist die durchschnittliche Zahl der Sonnentage nicht geringer. Bei niedriger relativer Luftfeuchtigkeit liegen die Temperaturwerte in den Sommermonaten sehr hoch (bis 45 ¬ļC). In den Gebirgen liegt im Winter regelm√§√üig Schnee. Kaltlufteinbr√ľche aus dem Norden f√ľhren aber auch im Flachland gelegentlich zu Schneef√§llen insbesonders in Nordgriechenland. Die durch gro√üfl√§chige Luftdruckverteilung in den Sommermonaten regelm√§√üig aus n√∂rdlichen Richtungen wehenden Etesien erlangen √ľber dem Meer oft Sturmst√§rke. Oberfl√§chengestalt und unterschiedliche Erw√§rmung von Land und Meer f√ľhren zur Ausbildung lokaler Winde (Berg-Tal-Winde, Land-See-Winde und umgekehrt), die h√§ufig die gro√ür√§umigen Winde unterlagern, sowie zu F√∂hn im Lee der Gebirge und D√ľseneffekten. Besondere klimatische Eigenschaften haben die intramontanen Becken, an deren Grund sich besonders im Winter Kaltluftseen bilden. Breite Schotterbetten sind Ausdruck der dem Niederschlagsgang angepassten unterschiedlichen Wasserf√ľhrung der Fl√ľsse. W√§hrend die Fl√ľsse im Westen Griechenlands das ganze Jahr √ľber Wasser f√ľhren, trocknen die meisten von ihnen im Osten w√§hrend der Sommermonate weitgehend aus; nur die aus dem Inneren der Balkanhalbinsel und damit einem anderen Klimagebiet kommenden Fl√ľsse (Axios, Strymon, Nestos, Evros) f√ľhren ganzj√§hrig Wasser.
 
Vegetation und Tierwelt:
 
Die mediterrane immergr√ľne Hartlaubzone mit Steineiche, Johannisbrotbaum, wildem √Ėlbaum und Aleppokiefer beschr√§nkt sich auf dem Festland auf die K√ľstenbereiche und reicht nur im S√ľdwesten Mittelgriechenland und auf der Peloponnes weiter in das Landesinnere. Winterkahle Eichen, Hainbuchen und Eschen sind Charakterb√§ume der auf sie landeinw√§rts und in der H√∂he folgenden submediterranen, winterkahlen Laubmischwaldzone, der immergr√ľne Gew√§chse keineswegs fehlen (u. a. die gegen Viehverbiss resistente Kermeseiche in Buschform). Oberhalb schlie√üt sich die kontinentale Laubmischwaldzone an mit Balkaneiche, Silberlinde und Zerreiche. In den n√∂rdlichen Gebirgen Griechenlands folgen auf sie unterhalb der Mattenzone zum Teil ausgedehnte montane und subalpine Buchen- und Nadelw√§lder mit Rotbuche, Wei√ütanne und Schwarzkiefer, in den Rhodopen auch mit Fichte; im S√ľden entspricht dem eine Zone mit der Griechischen Tanne. Entlang der Fl√ľsse herrscht eine Auenvegetation mit Platanen, Oleander, Weiden und (im M√ľndungsbereich) salztoleranten Tamarisken. Bereits seit der Antike erfuhr die nat√ľrliche Vegetation durch Umwandlung in Kulturland, Beweidung, Holzentnahme u. a. eine starke Ver√§nderung, wurden W√§lder gro√üfl√§chig zerst√∂rt. Macchie und Phrygana sind Ergebnisse der Einwirkung des Menschen unter den spezifischen klimatischen und edaphischen Bedingungen. Wie die Vegetation so ist auch die Tierwelt Griechenlands artenreich und gekennzeichnet durch Anpassungsformen an die spezifischen Umweltbedingungen (v. a. das Klima). Dieser Artenreichtum resultiert aus dem Zusammentreffen √∂stlich-kontinentaler, mitteleurop√§ischer und mediterraner Elemente. Durch die gro√üe Zahl von Inseln und isolierten Gebirgsst√∂cken entstanden viele Endemiten. Jagd, Unkenntnis und Gleichg√ľltigkeit lie√üen viele Tierarten im Land aussterben oder bedrohen sie stark. Naturschutz ist noch schwach entwickelt. An Schutzkategorien gibt es in Kern- und Randzonen gegliederte Nationalparks, so genannte √§sthetische W√§lder, Jagdschutzgebiete, nach der Ramsar-Konvention gesch√ľtzte Feuchtgebiete und Naturdenkm√§ler. Als Nationalparks wurden Teile der Bergregionen von Olymp, Parnass, Parnes, des Ainosgebirges auf Kephallenia, der Giona und des Pindos, Samariaschlucht auf Kreta und die Vikosschlucht in Epirus, das Prespaseegebiet und Kap Sunion ausgewiesen, insgesamt weniger als 700 km2.
 
 
Von (2001) 10,94 Mio. Einwohnern haben rd. 98 % Griechisch als Muttersprache. Gr√∂√üte Minderheit bilden die T√ľrken, die zusammen mit den Pomaken und den t√ľrkischen Zigeunern (turkogyphtoi) als Muslime Minderheitenschutz nach den Vertr√§gen von Lausanne (1923) genie√üen. Sie leben v. a. in den thrakischen Bezirken Xanthi und Rhodope. Vertraglichen Minderheitenschutz genie√üen auch die Juden, deren Zahl durch den Holocaust des Zweiten Weltkrieges allerdings auf einen kleinen Rest schrumpfte (Saloniki hatte 1941 √ľber 60 000 Juden, heute wenig √ľber 1 000). Die heute gr√∂√ütenteils grazisierten romanischsprachigen Aromunen (1951: 42 000) und die griechischsprachigen Sarakatsanen, von den Griechen auch als Vlachen bezeichnet, sind urspr√ľnglich v. a. als Wanderhirten in den Gebirgen lebende Volksgruppen, die heute zum gro√üen Teil sesshaft geworden sind. Auch die Slawophonen in Griech.-Makedonien sind heute weitgehend gr√§zisiert. Albaner leben zurzeit etwa (gesch√§tzt) 300 000 v. a. illegal in Griechenland. Die S√§uglingssterblichkeit betrug (1997) 0,7 %, die Kindersterblichkeit 0,8 %, das j√§hrliche Bev√∂lkerungswachstum (1990-97) 0,4 % (Geburten und Sterbeziffer je 1 %), die Lebenserwartung (1997) 78 Jahre. Die Bev√∂lkerung wuchs zwischen 1951 2001 um circa 3,4 Mio. 15,8 % waren (1999) j√ľnger als 15, 16,5 % √§lter als 65 Jahre. Das Bildungsniveau im Alter von 25-59 Jahre w√ľrde bei circa 50 % als niedrig, nur bei 18 % als hoch eingestuft. Die durchschnittliche Bev√∂lkerungsdichte von 83 Einwohner pro km2 verschleiert, dass die Verteilung innerhalb des Landes sehr ungleich ist. √úber ein Drittel der Bev√∂lkerung lebt in der gro√üe Teile Attikas erfassenden Agglomeration Athen, weit √ľber 50 % - bei steigender Tendenz - auf der Achse Athen-Saloniki, Ergebnis lang anhaltender Binnenwanderung. Emigration und Remigration beeinflussten die Bev√∂lkerungsentwicklung, die -verteilung und die wirtschaftliche Entwicklung Griechenlands. Weit √ľber 1 Mio. Menschen verlie√üen nach dem Krieg als Auswanderer auf Dauer (v. a. in die USA, nach Australien und Kanada) und auf Zeit als Arbeitsmigranten (Gastarbeiter) das Land. Bereits vor der Jahrhundertwende hatte die Auswanderung nach √úbersee begonnen. W√§hrend die Auswanderung dorthin v. a. aus S√ľd- und Mittelgriechenland erfolgt(e), kommen die Gastarbeiter seit Beginn der 60er-Jahre (Tabakkrise) ganz √ľberwiegend aus den nordgriechischen Regionen Epirus, Makedonien und Thrakien, wohin die Mehrzahl auch wieder zur√ľckkehrte. Auch in Griechenland schreitet der Verst√§dterungsprozess voran. W√§hrend im Jahr 1951 noch 34 % in St√§dten √ľber 10 000 Einwohner und 15,9 % in Siedlungen mit 2 000‚ÄĒ10 000 Einwohnern lebten, waren es 1991 58,8 % und 12,8 %.
 
 
Die Religionsfreiheit ist gesetzlich gesch√ľtzt, nach Artikel 3 der Verfassung ist jedoch die griechisch-orthodoxe Kirche als Tr√§gerin der ¬Ľvorherrschenden Religion Griechenlands¬ę Staatskirche. Ihr geh√∂ren rd. 97 % der Bev√∂lkerung an. √úber das Ministerium f√ľr Erziehung und religi√∂se Angelegenheiten wirkt der Staat (ohne Stimmrecht) an Entscheidungsfindungen der Heiligen Synode mit; eine k√ľnftige Trennung von Staat und Kirche wird diskutiert. Die katholische Kirche hat rd. 58 000 Mitglieder (vier Erzbist√ľmer: Athen, Korfu, Naxos, Rhodos); dem byzantinischen Ritus geh√∂ren rd. 2 300, dem armenischen Ritus rd. 650 Katholiken an. Die rd. 10 000 armenischen Christen des Bistums Athen unterstehen dem Katholikat von Kilikien (Sis). Die kleinen protestantischen Kirchen haben rd. 20 000 Mitglieder (¬ĽGriechische Evangelische Kirche¬ę, ¬ĽEvangelische Kirche deutscher Sprache in Griechenland¬ę, Pfingstkirchen). Die rd. 150 000 sunnitischen Muslime (T√ľrken, Pomaken, Albaner) leben v. a. in Thrakien und geh√∂ren der hanefitischen Rechtsschule an. J√ľdische Gemeinden mit insgesamt rd. 5 000 Mitglieder bestehen in Athen, Saloniki und Larissa. Eine weitere religi√∂se Minderheit bilden die Zeugen Jehovas mit etwa 25 000 Mitgliedern.
 
 
Seit der Schulreform von 1964 ist der Schulbesuch kostenlos. Nach der freiwilligen zweij√§hrigen Vorschulerziehung ab dem 3. Lebensjahr besteht vom 5./6. Lebensjahr an eine neunj√§hrige Schulpflicht. Den Pflichtschulbereich bilden die Primarschule (sechs Jahre) und das Gymnasium (drei Jahre; Sekundarstufe I). Auf dem Gymnasium baut das Lyzeum auf (drei Jahre; Sekundarstufe II), das in einen allgemein bildenden und einen technischen Zweig gegliedert ist und zur allgemeinen beziehungsweise fachgebundenen Hochschulreife f√ľhrt. Neben den √∂ffentlichen Schulen gibt es Privatschulen aller Art unter staatlicher Aufsicht. Die Alphabetisierungsquote betr√§gt 96,6 %. Das Hochschulwesen umfasst u. a. folgende Einrichtungen: sechs Universit√§ten (Athen, Ioannina, Komotini, Patras, Rethymnon, Saloniki), eine TH (Athen) und sechs weitere Hochschulen (Athen: Wirtschafts- und Handelswissenschaften, politische Wissenschaften, Landwirtschaft, Kunst; Pir√§us und Saloniki: Industrie).
 
 
Presse: In Griechenland herrscht Pressefreiheit. Die Zeitungen werden zunehmend von H√∂rfunk und Fernsehen verdr√§ngt; Nachmittagszeitungen sind popul√§rer als Morgenzeitungen. Es erscheinen 122 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 1,4 Mio. Exemplaren. Wichtige Athener Tageszeitungen sind die rechtsoppositionelle ¬ĽEleftheros Typos¬ę, die sozialistische ¬ĽEleftherotypia¬ę, die rechtskonservative ¬ĽEthnos¬ę, die liberale ¬ĽTa Nea¬ę und der unabh√§ngige ¬ĽApogevmatini¬ę; au√üerdem erscheinen englischsprachige Publikationen. In Saloniki kommt u. a. ¬ĽThessaloniki¬ę heraus. Dar√ľber hinaus gibt es eine Vielzahl von Wochen- und Monatszeitschriften in griechischer und englischer Sprache.
 
 
¬ĽAthenagence - Athens News Agency¬ę (ANA), gegr√ľndet 1896, ist die nationale griechische Nachrichtenagentur.
 
 
Die staatliche Rundfunkverwaltung ¬ĽElliniki Radiophonia Tileorassis - ERT S. A.¬ę betreibt ¬ĽElliniki Radiophonia¬ę (ERA) mit drei Radioprogrammen von Athen, neun lokalen Stationen mit teilweise eigenen Programmen, einem Mittelwellen- und einem weltweiten Kurzwellenprogramm (Stimme Griechenlands); das staatliche Fernsehen ¬ĽElliniki Tileorassi¬ę sendet √ľber ET 1, ET 2 und ET 3 mit zum Teil lokalen Stationen. Es gibt etwa 70 private H√∂rfunksendestationen und seit 1990 auch private Fernsehgesellschaften (z. B. Mega-Channel, Antenna TV, TV-Macedonia). Insgesamt existieren rd. 200 Privatsender, davon nur 12 mit staatlicher Lizenz.
 
 Wirtschaft und Verkehr:
 
 
Trug die Wirtschaft Griechenlands noch vor wenigen Jahren bei einer hohen Inflationsrate deutliche Entwicklungsm√§ngel in Art und Struktur der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion (u. a. Kleinbetriebe, Fehlen von High-Tech-Industrien, einseitige Branchenstruktur usw.), der Qualifikation der Besch√§ftigen und der Produktentwicklung, sowie der Effektivit√§t des Dienstleistungssektors, so machte sie unter der Regierung von Simitis unter dem Zwang der bevorstehenden europ√§ischen W√§hrungsunion (Griechenland geh√∂rt zur ersten Gruppe, die den Euro einf√ľhrt) deutliche Fortschritte, auch wenn weiterhin gro√üe Defizite bestehen und der Entwicklungsabstand zu den am h√∂chsten entwickelten Staaten der EU blieb. Die Inflationsrate sank von 12,2 % (1990‚ÄĒ96) auf 3 % (1999), die offizielle Arbeitslosigkeit stieg allerdings auf 11,7 % (1999), wobei versteckte Arbeitslosigkeit und Schattenwirtschaft hoch sind.
 
Das BSP betrug 1997 122 430 Mio. $, das BIP (1996) 122 946 Mio. $, bei einem realen Zuwachs (1990‚ÄĒ96) von 1,6 %. Am BIP hatte der prim√§re Sektor mit 8,1 % (1999: 17,8 % der Besch√§ftigten), der sekund√§re mit 23,3 % (1999: 23 % der Besch√§ftigten) und der terti√§re mit 68,6 % (1999: 59,2 % der Besch√§ftigten) Anteil.
 
Das Leistungsbilanzsaldo wies 1997 ein Defizit von 4,9 Mrd. $ aus. Die Ausgaben des Staates f√ľr Gesundheit machten 7 %, f√ľr Bildung 9 % und f√ľr Verteidigung 7 % aus. 1997 hatte das Land 10,6 Mio. Auslandsg√§ste, die 3,8 Mrd. $ einbrachten. Innerhalb Griechenlands bestehen zwischen den Regionen erhebliche Unterschiede im wirtschaftlichen Entwicklungsstand. Das BIP pro Einwohner betrug in der Region Thrakien 1994 61 % des BIP pro Einwohner der Region Attika. In der Agglomeration Athen konzentriert sich ein weit √ľber dessen Bev√∂lkerungsanteil liegender Anteil der Wirtschaftskraft.
 
 
Die Strukturen der landwirtschaftlichen Betriebe sind gekennzeichnet durch geringe Fl√§chenausstattung (1991: 4,3 ha bei regional deutlichen Unterschieden), starke Besitzzersplitterung aufgrund von Erbteilungen, einen unbeweglichen Bodenmarkt und geringe Pachtanteile. Das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen ist unzureichend entwickelt. Die klimatischen Bedingungen lassen Baum- und Strauchkulturen (Anbau von Oliven, Agrumen, Obst, Wein) hervortreten (1996): 135 000 ha Weinland, 954 000 Baumkulturen, w√§hrend Dauergr√ľnland eine geringe Rolle spielt. Unter den Ackerkulturen spielen Getreide (Hart- und Weichweizen), Mais, Baumwolle, Zuckerr√ľben, Kartoffeln, Melonen. Gem√ľse und v. a. Tabak die wichtigste Rolle, wobei sich die Gewichte bei ver√§nderter EU-Subventionierung schnell √§ndern. Rd. 35 % der Anbaufl√§che von 3,94 Mio. ha wurden 1996 bew√§ssert. Durch die - √∂kologisch √§u√üerst umstrittene - Umleitung des Acheloos soll die bew√§sserbare Fl√§che in Thessalien enorm erweitert werden. In der Viehhaltung dominiert die Haltung von Schafen und Ziegen (1996: 8,9 Mio. Schafe, 5,5 Mio. Ziegen), die sowohl ortsfest wie in Form der in den letzten Jahren stark zur√ľckgegangenen Fernweidewirtschaft (Aromunen) gehalten werden (1996: 0,9 Mio. Tiere). Au√üerdem wurden 1996 580 000 Rinder, 33 000 Pferde, 39 000 Maultiere, 83 000 Esel und circa 1 Mio. Schweine gehalten. Unter den b√§uerlichen Nebennutzungen spielt die Imkerei eine Rolle.
 
 
Von den rd. 2,2 Mio. ha Wald (1996) werden nur 4 % intensiv, 24 % extensiv bewirtschaftet. F√ľr die Forstwirtschaft wichtigste Gebiete sind die Nadelw√§lder von Pindos und Rhodopen. 1996 betrug die eingeschlagene Rundholzmenge 672 000 m3, das geschlagene Feuerholz 640 000 t. Nebenprodukte der Forstwirtschaft sind Holzkohle (1996: 12 000 t) und das u. a. f√ľr die Herstellung des Retsina erforderliche Harz der Aleppokiefer (1996: 6 000 t). Waldbr√§nde vernichten immer wieder gro√üe Waldfl√§chen (so 2000 auf Samos). Wiederaufforstungen werden durch die klimatischen und edaphischen Bedingungen sowie Viehverbiss sehr erschwert. Den W√§ldern in Griechenland kommt in besonderem Ma√üe √∂kologische Bedeutung zu.
 
 
Fischarmut und √úberfischung sind die Gr√ľnde daf√ľr, dass der Fischerei in Griechenland trotz gro√üer K√ľstenl√§nge und √ľber 8 000 motorisierten Fischerbooten (1998) als Haupterwerb keine gro√üe Bedeutung zukommt. In j√ľngerer Zeit werden vermehrt Fischzuchten angelegt. 1998 wurden 113 000 t Fisch gefangen, davon waren circa 75 % Seefische, der Rest Tintenfische, Weich- und Krustentiere. Dazu wurden circa 10 000 kg Schw√§mme geerntet.
 
 
Griechenland ist zwar nicht arm an Bodensch√§tzen, aber die Lagerst√§tten sind zumeist klein. Es fehlen weitgehend die f√ľr die Entwicklung des Landes so wichtigen Energierohstoffe Erd√∂l und Steinkohle. Wichtige Bodensch√§tze sind Bauxit, eine Reihe von in der Industrie gebrauchten Mineralien wie Magnesit, Perlit, Schmirgel, Puzzolane sowie Marmor. F√ľr die heimische Energiewirtschaft spielen die Braunkohlevorkommen bei Kosani, auf Eub√∂a und bei Megalopolis eine Rolle. Das bei der Insel Thasos im Meer gewonnene Erd√∂l deckt nur einen ganz geringen Teil des griechischen Bedarfs.
 
 
Die Kapazit√§t der installierten W√§rme- und Wasserkraftwerke belief sich 1995 auf rd. 9 200 MW. Insgesamt wurden 1995 37 600 Mio. kWh, davon 33,8 Mio. (= 89,9 %) in W√§rmekraftwerken und 3,8 Mio. in Wasserkraftwerken erzeugt (1999 ging als vorerst letztes Kraftwerk das √∂kologisch umstrittene Werk am Nestos an das Netz). Solarenergie spielt v. a. f√ľr die h√§usliche Warmwasserbereitung eine Rolle. 35 % des Prim√§renergieverbrauches wurden durch feste Brennstoffe (v. a. im Lande abgebaute Braunkohle), 60 % durch √Ėl gedeckt.
 
 
Auch wenn die Industrie in den letzten Jahren einen Modernisierungsschub erfuhr, sind immer noch geringe Kapitalausstattung, unterdurchschnittlicher Produktivit√§t, kleine Betriebsgr√∂√üen, vielfach unzureichende Qualifikation der Besch√§ftigten bei hohem Anteil von un- und angelernten Arbeitskr√§ften, mangelnde vertikale und horizontale Verflechtungen und unausgewogene Branchenstruktur Merkmale des sekund√§ren Sektors. Wichtigste Industriezweige sind Textil- und Bekleidungsindustrie, Nahrungsmittel- und Getr√§nkeindustrie, Tabakverarbeitung sowie Holz- und Metallverarbeitung. Insbesondere die Betriebe der Textil- und Bekleidungsindustrie sind ¬Ľverl√§ngerte Werkb√§nke¬ę v. a. deutsche Firmen, die im Auftrag f√ľr diese produzieren. Sie werden nach dem Umbruch in den sozialistischen Nachbarstaaten zum Teil in diese verlegt. Wichtigste Industriestandorte sind die Agglomerationen von Athen und Saloniki sowie Volos und Patras. Zur Dezentralisierung der industriellen Entwicklung wurden in vielen Bezirken Industrieparks eingerichtet beziehungsweise geplant.
 
 
Wichtigster Sektor der Volkswirtschaft ist der Dienstleistungssektor mit 1991 √ľber 50 % der Erwerbspersonen (1997: 57,7 %). Von diesen waren 36,2 % im Handel, Gastst√§tten- und Hotelgewerbe t√§tig, 13,8 % im Transport- und Kommunikationswesen, 10,6 % im Bereich Banken und Versicherungen und 39,4 % in anderen Bereichen, v. a. in der staatlichen Verwaltung.
 
 
Mit (1996) 9,2 Mio. Touristen spielt der Tourismus eine bedeutende Rolle als Wirtschaftsfaktor. Sonne, Meer, die Zeugnisse der antiken Kultur und eine gastfreundliche Bev√∂lkerung sind die Hauptattraktionen. √úber 80 % der Touristen reisen per Flugzeug ein und bevorzugen S√ľdgriechenland sowie die Inseln des Ionischen und √Ąg√§ischen Meeres als Reiseziel. Die r√§umliche Ungleichheit der Verteilung ist dabei ebenso ein Problem wie die zeitliche. Wintersport ist zwar am Parnass und in einigen anderen Gebirgen m√∂glich, spielt aber noch keine Rolle.
 
 
Die Handelsbilanz weist seit vielen Jahren negative Salden aus. 1995 betrug das Defizit 3 367 477 Mio. US-$; der Exportwert betrug 1995 2 540 891 Mio. US-$, der Importwert 5 908 368 Mio. US-$. Haupthandelspartner Griechenlands sind die Staaten der EU, v. a. Deutschland, Italien und Gro√übritannien sowie die USA. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Ost- und S√ľdosteuropa w√§chst der Handel mit den dortigen Staaten nur langsam. Unter den Importg√ľtern dominieren Erd√∂le, Maschinen, Fahrzeuge und sonstige Fertigwaren, unter den Exportg√ľtern, landwirtschaftliche Produkte (u. a. Oliven√∂l, Tabak, Gem√ľse und Gem√ľsekonserven, Frisch- und Trockenobst, Feta [Schafsk√§se], Fische und alkoholische Getr√§nke), Baumwolle, Bergbauprodukte (Marmor, Bauxit, Mineralien), Bekleidung, Schuhe, Lederwaren und Spinnereierzeugnisse. Der Anteil mineralischer Rohstoffe und Agrarprodukte an den Exporten sank zwischen 1960 und 1991 von 87 % auf 21 %. Das permanente Handelsbilanzdefizit wird durch Handelschifffahrt (Griechenland besitzt die f√ľnftgr√∂√üte Handelsflotte der Welt), Tourismus und √úberweisungen von im Ausland lebenden Griechen (1995 lebten allein in Deutschland 336 893 Griechen) nicht voll ausgeglichen.
 
Verkehr:
 
Die griechische Handelsflotte geh√∂rt zu den gr√∂√üten der Welt mit (1996) 29 Mio. BRT (= 5,5 % der Welttonnage) und (1998) 1 903 Schiffen mit 26 Mio. BRT, darunter 401 Tanker mit 13 Mio. BRT und 546 Passagierschiffen. 90 % der Tonnage und 93 % der Schiffe fuhren 1998 unter griechischer Flagge (1981: 83 % der Tonnage und 89 % der Schiffe). Wichtigste H√§fen sind Pir√§us und Eleusis, beide zur Agglomeration Athen geh√∂rig. Mit Abstand folgen Saloniki und Patras. Wichtigste F√§hrh√§fen im internationalen Passagierverkehr sind (1997) Patras mit 580 000 eingeschifften Passagieren, Igoumenitsa (405 000), Kerkyra (169 000) und Pir√§us (18 000). Mit dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien nahm der F√§hrverkehr √ľber die Adria stark zu. F√ľr den nationalen und internationalen Passagierverkehr weitaus wichtiger sind die Flugh√§fen. Gemessen an Starts und Landungen und der Zahl der bef√∂rderten Passagiere (1998 circa 14 Mio. ankommende Passagiere) liegt Athen (1998 circa 150 000 Landungen, 14 Mio. an- und abreisende Passagiere) weit an der Spitze, gefolgt von Thessaloniki (39 000/1,3 Mio.), Irakleion (33 000)/2,1 Mio.) und Rhodos (25 000/1,4 Mio.). Wichtigster Flughafen ist der neue Flughafen in ¬ĽEleftherios Venizelos¬ę Spata bei Athen (2001 er√∂ffnet); weitere internationale Flugh√§fen sind Thessaloniki, Irakleion, Rhodos, Korfu, Kos, Chania, Santorin und Kavala. Der sehr gut entwickelte Inlandsflugverkehr liegt weitgehend in H√§nden der Olympic Airways. Das √ľberwiegend erneuerungsbed√ľrftige griechische Schienennetz hat eine Streckenl√§nge von (1997) 2 503 km, davon 874 km Schmalspur, 45 km Bergbahn. Die Hauptstrecke f√ľhrt von Athen √ľber Saloniki nach Istanbul mit Abzweigen in Saloniki nach Belgrad, bei Serres nach Sofia und im Bezirk Evros nach Plovdiv. Die von Athen ausgehende Schmalspurbahn umrundet die Peloponnes. Die Hauptstrecke Athen-Saloniki-Skopje wird derzeit mit EU-Geldern modernisiert. Das insgesamt gut ausgebaute Stra√üennetz umfasst 38 265 km, wovon (1994) 9 158 km als Nationalstra√üen ausgewiesen waren, wichtige Strecken davon als Autobahn oder autobahn√§hnliche Schnellstra√üen (Saloniki-Athen-Patras mit Abzweigen in Saloniki zur makedonischen Grenze, in Korinth nach Tripolis). Eine den Pindos querende West-Ost-Autobahn, so genannte neue Via Egnatia) befindet sich in Planung, der Ausbau der Europastra√üe 90 Saloniki-t√ľrk. Grenze ist im Gange. Das Busnetz verbindet auch abgelegene Gegenden mit den Hauptorten. Mit 2,7 Mio. zugelassener privater PKWs kommen (1998) auf knapp 4 Einwohner 1 PKW. Bei Verkehrsunf√§llen und Verkehrstoten liegt Griechenland bezogen auf Einwohnerzahl und Zahl der Fahrzeuge mit an der europ√§ischen Spitze.
 
 Geschichte:
 
 
Mittelmeerraum.
 
 Altertum
 
Fr√ľhzeit (bis etwa 800 v. Chr.): Der Schauplatz der griechischen Geschichte im weiteren Sinn ist der gesamte von den Griechen besiedelte Raum der Mittelmeerwelt, im engeren Sinn die von den Griechen ¬ĽHellas¬ę, von den R√∂mern ¬ĽGraecia¬ę genannte Halbinsel, die zugeh√∂rigen griechisch besiedelten Inseln und die Inseln des √Ąg√§ischen Meeres. Hier wanderten seit etwa 2000 v. Chr. indogermanische St√§mme ein und vermischten sich mit der mediterranen Vorbev√∂lkerung der Karer, Leleger und Pelasger. Sie begr√ľndeten zuerst die mittelhellad. Kultur (helladische Kultur), seit etwa 1550 dann unter dem Einfluss des minoischen Kreta (minoische Kultur) die mykenische Kultur. Damals entstanden offenbar gr√∂√üere Territorialherrschaften mit befestigten Zentren (Mykene, Pylos, Argos, Athen, Theben) und einer entwickelten Verwaltung (Tontafelarchive in der griechischen Linearschrift B). Die Existenz eines mykenischen Gro√üreiches ist jedoch fraglich. Die Fr√ľhgriechen, die den Namen Achaier trugen, griffen auch nach Kreta √ľber, das durch die Santorinkatastrophe (bisher um 1500 v. Chr. angenommen, nach j√ľngsten Untersuchungen bereits 1628 v. Chr., Thera) geschw√§cht war, und machten dort der minoischen Kultur ein Ende. Auch auf anderen Inseln der √Ąg√§is, auf Zypern sowie an der West- und S√ľdk√ľste Kleinasiens setzten sich die Fr√ľhgriechen fest. Um 1200 fand die mykenische Kultur vermutlich durch den Einbruch der Seev√∂lker (im Rahmen der heute in der Forschung umstrittenen √§g√§ischen Wanderung) ihren Untergang. Im 12. Jahrhundert vollzog sich dann √ľber Thessalien und √ľber den Golf von Korinth die Einwanderung der Dorer (neuerdings angezweifelt und nur als eine Art Umgruppierung innerhalb des bisherigen griechischen Siedlungsraumes gedeutet), die gro√üe Teile Mittelgriechenlands und der Peloponnes besiedelten (nur in Arkadien hielten sich Reste der Fr√ľhgriechen) und auch die Inseln Kreta, Rhodos und Kos sowie die S√ľdwestecke Kleinasiens besetzten. Gleichzeitig wurden die √Ąolier und die Ionier teilweise nach Kleinasien abgedr√§ngt (¬Ľ1. griechische Kolonisation¬ę). In den folgenden ¬Ľdunklen Jahrhunderten¬ę (zwischen 1250-900 v. Chr.) erhielt das griechische Volk seine endg√ľltige Formung. Es bildeten sich die griechischen Dialekte heraus sowie eine gemeinsame Religion und ein gemeinsamer Mythos, der zun√§chst m√ľndlich in einzelnen Liedern tradiert wurde, ehe er im 8. Jahrhundert in den Epen Homers erstmals zusammengefasst wurde.
 
Die archaische Zeit (etwa 800-500 v. Chr.) war gepr√§gt durch den griechischen Adel, der seine Abkunft von G√∂ttern oder Heroen herleitete und dem sein ausgedehnter Grundbesitz eine ritterliche Lebensweise erlaubte. Die gemeinde√ľbergreifenden Beziehungen des griechischen Adels f√ľhrten zu einem kulturell gepr√§gten griechischen Nationalbewusstsein (der Name ¬ĽHellenen¬ę f√ľr alle Griechen ist erstmals um 700 v. Chr. bezeugt) und f√∂rderten die Entwicklung von Dodona, Delphi und Olympia zu gemeingrichischen Heiligt√ľmern. Zugleich bildete sich unter dem Adel, der fast √ľberall (au√üer in Sparta und Kyrene) das K√∂nigtum politisch entmachtet hatte, der Gemeindestaat der Polis mit Jahresbeamten (Prytanen, Archonten), Rat (Bule) und Volksversammlung (Ekklesia) heraus. Der Adel √ľbernahm auch die F√ľhrung bei der gro√üen griechischen Kolonisation, die fast alle K√ľsten des Mittelmeers und des Schwarzen Meeres der griechischen Besiedlung erschloss. Die im Gefolge der Kolonisation und des Handels eintretenden Besitzverschiebungen sowie die Ausbildung der Hoplitentaktik f√ľhrten seit dem 7. Jahrhundert zu einer Versch√§rfung der Gegens√§tze zwischen Adel und Volk, das die Kodifikation der bis dahin m√ľndlich √ľberlieferten Rechtsnormen durchsetzte: Gesetze des Zaleukos in Lokroi (heute Locri, Kalabrien), des Charondas in Katane (heute Catania, Sizilien), des Drakon und des Solon in Athen. Dort f√ľhrte Solon 594 au√üerdem eine Schuldentilgung durch und setzte an die Stelle der herrschenden reinen Blutsaristokratie eine timokratische Vierklassenordnung (Timokratie). In Sparta wurden im 6. Jahrhundert unter dem Einfluss der Ephoren die Vorrechte des Adels eingeschr√§nkt, und zwar zugunsten der Gemeinschaft der Gleichen (Homoioi), die durch gemeinsame Erziehung und gemeinsame Mahlzeiten auf das Kriegerleben vorbereitet wurden. Andernorts f√ľhrte der Gegensatz zwischen Adel und Volk zum Auftreten von Tyrannen, die die sozialen Missst√§nde zur Bildung einer pers√∂nlichen Macht ausnutzten (z. B. Peisistratos in Athen, Kleisthenes in Sikyon, Theagenes in Megara). Kennzeichnend f√ľr die archaische Zeit ist die weite Streuung der politischen und kulturellen Aktivit√§ten, wobei der Osten geistig und wirtschaftlich (√§lteste M√ľnzen in Lydien und Ionien im 7. Jahrhundert) zun√§chst f√ľhrend war. Hier hatten sich √Ąolier, Ionier und Dorer in St√§dteb√ľnden zusammengeschlossen, fielen aber dennoch unter fremde Oberhoheit, zun√§chst der Lyder, 546 dann der Perser, die in den St√§dten Tyrannen einsetzten oder f√∂rderten. Die f√ľhrende Stadt war Milet mit dem ber√ľhmten Apollonheiligtum von Didyma, die Heimat der Philosophen Thales, Anaximander und Anaximenes sowie des Geographen Hekataios. Von den sehr zahlreichen Kolonien Milets sind v. a. Abydos am Hellespont sowie am Schwarzen Meer Amisos, Sinope (Sinop), Trapezunt, Odessos (Warna), Olbia an der Dnjeprm√ľndung, Istros an der Donaum√ľndung und Pantikapaion (Kertsch) zu nennen. Neben Milet bl√ľhte besonders Ephesos, die Heimat Heraklits, mit seinem weltbekannten Artemistempel. Das reiche Smyrna wurde schon um 600 v. Chr. von den Lydern zerst√∂rt. Das ionische Phokaia gelangte durch den Handel mit Spanien zu gro√üem Reichtum und gr√ľndete um 600 die Kolonie Massalia (Marseille) an der K√ľste Galliens. Von den Inseln galt Chios als Geburtsort Homers, gewann Lesbos durch Alkaios, Sappho und Pittakos, Samos durch seinen Tyrannen Polykrates Ruhm. Im Mutterland ist neben Thessalien, wo in Larissa die adligen Aleuaden, in Krannon die Skopaden und in Pharsalos die Echekratiden regierten, v. a. Theben, die Heimat Pindars, zu nennen, das im 6. Jahrhundert die Hegemonie √ľber B√∂otien erlangte. Die erzreiche Handelsstadt Chalkis auf Eub√∂a gr√ľndete im Westen zahlreiche Kolonien, so Kyme (Cumae) und Rhegion (heute Reggio di Calabria) in S√ľditalien sowie Zankle (Messina), Katane, Naxos und Leontinoi auf Sizilien. Korinth, das unter den Tyrannen Kypselos und Periander (etwa 620-550 v. Chr.) eine gro√üe Machtstellung errang, besa√ü ebenfalls zahlreiche Kolonien, so an der Adria u. a. Leukas, Ambrakia (Arta) und Apollonia, ferner die Insel Kerkyra (Korfu), auf Sizilien Syrakus und auf der Chalkidike Potidaia. Unter seinem Tyrannen Pheidon gewann auch Argos zeitweise eine gr√∂√üere Macht. In Unteritalien besa√ü Sybaris bis zu seinem Untergang (510 v. Chr.) eine Hegemoniestellung.
 
Eine Sonderstellung nahmen Sparta und Athen ein. Die Spartaner konnten im 7. Jahrhundert endg√ľltig Messenien gewinnen und verf√ľgten damit √ľber das gr√∂√üte Landgebiet einer griechischen Polis (etwa 8 400 km2, zwei F√ľnftel der Peloponnes). Im 6. Jahrhundert errangen sie durch den Aufbau des Peloponnesischen Bundes au√üerdem die Hegemonie auf der Peloponnes. Die Regierung Spartas lag in den H√§nden der kleinen Schicht von spartanischen Vollb√ľrgern (urspr√ľnglich etwa 10 000), von denen die B√ľrger der lakonischen Landst√§dte, die Peri√∂ken (etwa 50 000), politisch abh√§ngig waren. F√ľr die Bebauung des Landes sorgten v. a. die leibeigenen Heloten (etwa 150 000). Der Bev√∂lkerungsdruck in Sparta, der die Eroberung Messeniens erm√∂glicht hatte, lie√ü schon im 6. Jahrhundert nach. Da das Vollb√ľrgerrecht an einen bestimmten Landbesitz, den ¬ĽKlaros¬ę, gebunden war, f√ľhrte die Angst vor Besitzteilungen zu einem R√ľckgang der Kinderzahl. Kriegsverluste und die Folgen des schweren Erdbebens von 464 v. Chr. verminderten die Zahl der Vollb√ľrger weiter, sodass im 4. Jahrhundert vergeblich Ma√ünahmen gegen den Geburtenr√ľckgang ergriffen wurden. Um ihre Herrenstellung zu behaupten, kapselten sich die Spartaner nach au√üen immer mehr ab. Das rege kulturelle Leben des 7. und fr√ľhen 6. Jahrhundert (die Lyriker Terpandros, Alkman, Tyrtaios und Stesichoros wirkten damals in Sparta) wich seit der Mitte des 6. Jahrhunderts einer Intensivierung der vormilit√§rischen Ausbildung in Jugenderziehung und Gemeinschaftsleben, die Sparta zu einem einzigen Heerlager (so Platon) werden lie√ü.
 
Athen besa√ü mit Attika das zweitgr√∂√üte Territorium einer griechischen Polis (zusammen mit Salamis 2 650 km2; die Territorien der √ľbrigen griechischen Staaten erreichten in der Regel nicht einmal 1 000 km2). Die Gr√∂√üe des attischen Territoriums beg√ľnstigte nach Solons Archontat die Bildung regionaler Gruppen unter F√ľhrung einzelner Adliger. Schlie√ülich konnte Peisistratos um 560 eine Tyrannis errichten, die er nach zweimaliger Vertreibung behaupten und 527 seinen S√∂hnen Hippias und Hipparch vererben konnte. Nach der Beseitigung des Hipparch durch die Tyrannenm√∂rder Harmodios und Aristogeiton 514 und der Vertreibung des Hippias 510 f√ľhrte Kleisthenes 508/507 eine Neuordnung des Staates durch, die es allen Landgemeinden (Demen) Attikas erlaubte, ihre Vertreter direkt in den neu geschaffenen Rat der F√ľnfhundert zu entsenden. Die anstelle der vier alten gentiliz. Phylen neu eingerichteten zehn attischen Phylen, die zu je einem Drittel aus dem Gebiet um Athen, dem K√ľsten- und dem Binnenland gebildet wurden, beseitigten die regionalen Gegens√§tze und wurden zur Grundlage der neuen Heeresordnung, die Athen zur st√§rksten Macht Mittelgriechenlands machte.
 
Klassische Zeit (etwa 500-336 v. Chr.):
 
Die Unterst√ľtzung des vertriebenen Hippias durch die Perser und die Hilfe Athens f√ľr die Ionier im Ionischen Aufstand f√ľhrten zum Konflikt mit Persien (Perserkriege). 490 konnte Miltiades ein persisches Expeditionsheer unter Datis und Artaphernes bei Marathon schlagen. 480 zog Xerxes I. mit einem gro√üen Heer nach Griechenland und zerst√∂rte Athen, nachdem der Versuch, ihn an den Thermopylen aufzuhalten (Leonidas I.), gescheitert war. Doch gelang es den Griechen, mit ihren Schiffen, besonders mit der von Themistokles neu errichteten athenischen Flotte, die Perser bei Salamis zu besiegen. 479 v. Chr. wurden unter F√ľhrung des Pausanias das persische Landheer bei Plataiai (Plat√§√§) geschlagen und in der Schlacht am Vorgebirge Mykale (gegen√ľber Samos) die kleinasiatischen Griechen befreit. Nach dem Ausscheiden Spartas aus dem Perserkrieg veranlasste Aristides die Gr√ľndung des 1. Attischen Seebundes, an dessen Spitze Athen den Krieg allein weiterf√ľhrte (etwa 465 Sieg am Eurymedon, 459-454 Expedition nach √Ągypten und Untergang des athenischen Expeditionsheeres, 449 Sieg bei Salamis auf Zypern). Der etwa 448 abgeschlossene ¬ĽKalliasfrieden¬ę (dessen Zustandekommen allerdings umstritten ist) beendete den Perserkrieg und garantierte die Freiheit der kleinasiatischen Griechenst√§dte. - Im Westen hatte unterdessen der Tyrann Gelon Syrakus zur Gro√ümacht gemacht und 480 bei Himera die Karthager vernichtend geschlagen. Sein Bruder und Nachfolger Hieron konnte 474 bei Cumae einen gro√üen Seesieg √ľber die Etrusker erringen.
 
Die Perserkriege hatten f√ľr die griechische Geschichte tief greifende und weit reichende Folgen. Sie bewirkten eine Politisierung des griechischen Nationalbewusstseins, beeinflussten die Entstehung der attischen Trag√∂die (¬ĽEinnahme Milets¬ę des Phrynichos, ¬ĽPerser¬ę des Aischylos) und der griechischen Historiographie (Herodot), vollendeten die Konsolidierung der Polis in Abwehr des Individualismus einzelner f√ľrstlicher Herren (u. a. Miltiades, Themistokles, Pausanias ), f√ľhrten zum Dualismus Spartas und Athens (schon 458-445 ein erster Krieg) und zur Vollendung der Demokratie in Athen. 487 wurden das Archontat aus einem Wahlamt in ein Losamt umgewandelt und das Scherbengericht (Ostrakismos) in die Politik eingef√ľhrt. 462 entmachtete Ephialtes den Areopag. 461 √ľbernahm Perikles die Leitung des Staates und f√ľhrte weitere Reformen durch: Tagegelder f√ľr Geschworene, sp√§ter auch f√ľr Ratsherren, Losbeamte und f√ľr den Besuch des Theaters (im 4. Jahrhundert auch der Volksversammlung), Zulassung der 3. Klasse zum Archontat, Beschr√§nkung des B√ľrgerrechts auf Kinder, deren beide Eltern attische B√ľrger waren, daf√ľr Zunahme der ortsans√§ssigen Fremden, der Met√∂ken. Die √úberf√ľhrung der Seebundkasse von Delos nach Athen (454 v. Chr.) erlaubte die Finanzierung der Reformen und eines umfangreichen Bauprogramms in Athen (Akropolis) und Eleusis, w√§hrend gleichzeitig die √ľbrigen Seebundmitglieder immer mehr zu Untertanen Athens wurden, die eine regelm√§√üige Abgabe (Phoros) zahlen und in wichtigen F√§llen die Gerichtsbarkeit Athens anerkennen mussten. Auch eine Vereinheitlichung von M√ľnze, Ma√ü und Gewicht setzten die Athener durch, die durch ihre Seemacht zugleich die Sicherheit der Meere und des Handels garantierten. Und nachdem sich seit dem Fall Milets (494 v. Chr.) der kulturelle Schwerpunkt zun√§chst in den Westen der griechischen Welt verlagert hatte - Xenophanes und Parmenides in Elea, Pythagoras in Kroton (Crotone), Empedokles in Akragas (Agrigent), Musenhof Hierons I. in Syrakus -, wurde Athen in der 2. H√§lfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. auch zum kulturellen Mittelpunkt der griechischen Welt (Sophisten, Sokrates, Sophokles, Euripides, Aristophanes, Phidias).
 
Der Aufstieg Athens in den 50 Jahren nach 480 (der ¬ĽPentekontaetie¬ę) verschob zugleich die Machtverh√§ltnisse zuungunsten Spartas und seiner Verb√ľndeten. Athens Eingreifen gegen Korinth im Konflikt mit Kerkyra und in Potidaia sowie das attische Handelsembargo gegen Megara l√∂sten daher den Peloponnesischen Krieg aus (431 v. Chr.). Die Kriegssituation f√ľhrte zu einer Radikalisierung der Demokratie in Athen (429 Tod des Perikles an der Pest; Gerbereibesitzer Kleon erster nichtadliger Politiker). Nach dem Tod Kleons kam es 421 zum unentschiedenen Frieden des Nikias. Der 415 auf Betreiben des Alkibiades unternommene Krieg gegen Syrakus f√ľhrte 413 zur gescheiterten Sizilischen Expedition, w√§hrend es Sparta gelang, nach der Wiederaufnahme des Krieges durch die Besetzung der Festung Dekeleia in Attika und durch ein B√ľndnis mit Persien Athens Kr√§fte weiter zu schw√§chen. Nach der Niederlage von Aigospotamoi (405 v. Chr.) musste Athen schlie√ülich 404 v. Chr. bedingungslos kapitulieren. Der Seebund wurde aufgel√∂st, und in Athen setzte Lysander die Drei√üig Tyrannen ein; doch kam es schon 403 zu einer Wiederherstellung der Demokratie. Unter wohlhabenden Politikern aus Handel und Gewerbe wurde besonders die Verwaltung ausgebaut und formalisiert. Das Prozesswesen beg√ľnstigte das Aufbl√ľhen der attischen Beredsamkeit (Demosthenes, Isokrates, Lysias). Au√üerhalb Athens f√ľhrten die instabilen Verh√§ltnisse im Gefolge des Peloponnesischen Krieges vielfach zu sozialen Unruhen, Umst√ľrzen und Vertreibungen, durch die eine Ausbreitung des S√∂ldnerwesens erleichtert wurde. Schon 401 begleiteten 10 000 Griechen den persischen Statthalter von Kleinasien, Kyros den J√ľngeren, auf dem Zug gegen seinen Bruder Artaxerxes II. Mnemon (literarisches Zeugnis ¬ĽAnabasis¬ę des Xenophon).
 
Sparta nahm als neue griechische Vormacht den Krieg gegen Persien wieder auf, musste aber sein Heer aus Kleinasien zur√ľckrufen, nachdem Theben, Athen, Korinth und Argos mit persischer Unterst√ľtzung den ¬ĽKorinthischer Krieg¬ę begonnen hatten (394 v. Chr. Sieg Agesilaos' II. bei Koroneia; Niederlage der spartanischen Flotte bei Knidos), der sich bis 387/386 hinzog. Damals brachte der Spartaner Antalkidas den ¬ĽK√∂nigsfrieden¬ę zustande, der den griechischen Staaten die Unabh√§ngigkeit garantierte, die kleinasiatischen Griechen aber dem Perserk√∂nig unterstellte. Unter Ausnutzung der Bestimmungen dieses Friedens zerschlug Sparta den chalkidischen Bundesstaat (Chalkidike), zerst√∂rte Mantineia und besetzte 382 die Burg von Theben. 379 wurde jedoch Theben befreit und 378 der 2. Attische Seebund gegr√ľndet. 371 f√ľhrte der Sieg des Epameinondas √ľber die Spartaner bei Leuktra zur zehnj√§hrigen Hegemonie Thebens. Die Befreiung Messeniens und die Errichtung eines arkadischen Bundesstaates beschr√§nkte Sparta auf Lakonien und machte der spartanischen Vormachtstellung f√ľr immer ein Ende.
 
Die Schw√§chung der Staaten des Mutterlandes f√ľhrte zu Versuchen, einen allgemeinen Frieden (Koine Eirene) zu verwirklichen (Kongresse von 371 und 362 v. Chr.), und erh√∂hte die Bedeutung der Randm√§chte der griechischen Welt. Neben dem Perserk√∂nig und Euagoras I. von Salamis griff auch Dionysios I. (405-367), der sich bei der Abwehr der gro√üen karthagischen Invasion in Sizilien (409 Zerst√∂rung von Selinunt und Himera, 406 Einnahme von Akragas) zum Tyrannen von Syrakus aufgeworfen und seine Herrschaft auch auf Unteritalien und die Adria ausgedehnt hatte, mehrfach in die griechischen Verh√§ltnisse ein. Seit dem Regierungsantritt Philipps II. (359 v. Chr.) geriet Griechenland dann mehr und mehr in die Abh√§ngigkeit von Makedonien. Die Schw√§chung Athens durch den Bundesgenossenkrieg (357-355) und der mittelgriechischen Staaten durch den 3. Heiligen Krieg (Phokischen Krieg, 356-346) erleichterte Philipp seine Expansionspolitik (Eroberung von Pydna und Amphipolis 357, Zerst√∂rung von Olynth 348, Herrschaft √ľber Thessalien seit 352). Athen musste im Frieden von 346 die Eroberungen Philipps anerkennen. Gleichzeitig wurde die Macht der Phoker, die mit den Sch√§tzen des besetzten delphischen Tempels eine Hegemonie errichtet hatten, gebrochen. Die phokischen S√∂ldner traten in das Heer des Timoleon ein, der 343-337 Sizilien von den Tyrannen befreite, die Karthager auf den Westteil der Insel zur√ľckdr√§ngte und durch seine Ansiedlungspolitik das griechische Element st√§rkte, nachdem zuvor der Versuch des Dion, in Syrakus die platonische Staatsidee zu verwirklichen, gescheitert war (354 v. Chr.). - Philipp verletzte bei der Eroberung Thrakiens erneut die Interessen Athens, das 340 den Krieg gegen ihn wieder aufnahm, aber mit seinen Verb√ľndeten 338 bei Chaironeia entscheidend geschlagen wurde. 337 erhielt die makedonische Hegemonie im Korinthischen Bund ihre endg√ľltige Form.
 
Die Zeit des Hellenismus (bis 31/30 v. Chr.):
 
Nach der Ermordung Philipps II. (336 v. Chr.) musste sein Sohn Alexander der Gro√üe einen Aufstand der Griechen niederschlagen (Zerst√∂rung Thebens 335), wurde dann aber mit dem schon unter seinem Vater beschlossenen Rachekrieg gegen Persien (den bereits Isokrates gefordert hatte) beauftragt. Alexander konnte diesen Auftrag mit der Befreiung der kleinasiatischen Griechenst√§dte und der Zerst√∂rung von Persepolis einl√∂sen. Zugleich dehnte er seine eigene Macht √ľber √Ągypten und das ehemalige Perserreich bis zum Indus aus und er√∂ffnete damit den Griechen ein weites Siedlungsgebiet (St√§dtegr√ľndungen Alexanders und der Seleukiden) und einen gro√üen Wirtschaftsraum mit einer weitgehend einheitliche W√§hrung. Fortan ist die griechische Geschichte nicht mehr nur die Geschichte Griechenlands und der Westgriechen, sondern auch die Geschichte der von den Griechen gepr√§gten Staaten der Nachfolger Alexanders (Diadochen), aus denen sich die hellenistische Staatenwelt entwickelte. Den Griechen √∂ffnete sich dort in Heer und Verwaltung ein neues T√§tigkeitsfeld. Die Geschichte Griechenlands selbst wurde seit 336 immer st√§rker von den makedonischen K√∂nigen beeinflusst. Der Versuch einer Befreiung Griechenlands nach Alexanders Tod scheiterte im Lamischen Krieg (323/322). Athen erhielt eine oligarch. Verfassung und eine makedonische Besatzung. Von den rivalisierenden Diadochen mit Freiheitsversprechungen umworben, konnten die griechischen St√§dte zum Teil eine gewisse Autonomie behaupten, ohne aber eine gr√∂√üere politische Rolle zu spielen. Neben Athen mit seinen Philosophenschulen (Akademie, Peripatos, Stoa, Schule Epikurs) wurden besonders Alexandria, Pergamon und Rhodos zu kulturellen Zentren (Hellenismus). Politisch gewannen die f√∂deralistisch organisierten griechischen B√ľnde an Bedeutung, besonders der Bund der √Ątoler (√Ątolien), die 279 v. Chr. die in Griechenland eingefallenen Kelten vertreiben und dabei Delphi besetzen und Mittelgriechenland unter ihre Kontrolle bringen konnten, sowie der Achaiische Bund (Achaia) und der Bund der Inselgriechen (Nesioten), der erst unter dem Protektorat der Ptolem√§er, dann der Makedonenk√∂nige und seit 200 der Rhodier stand. Der Diadoche Kassander lie√ü Athen 317-307 durch den Peripatetiker Demetrios von Phaleron regieren. Sein Gegner Demetrios I. Poliorketes stellte 307 die athenische Demokratie wieder her und erneuerte 302 den Korinthischen Bund. In den auf den Tod von Antigonos I. Monophthalmos (301 v. Chr.) und des Kassander (297 v. Chr.) folgenden K√§mpfen um Griechenland spielten Pyrrhos I. aus Epirus und Demetrios I. Poliorketes (294-287 K√∂nig von Makedonien) und nach ihm Antigonos II. Gonatas die f√ľhrende Rolle. Antigonos konnte seitdem, besonders nach seinem Sieg im Chremonideischen Krieg (266-261?, Chremonides), Griechenland weitgehend kontrollieren, verlor aber dann gro√üe Teile der Peloponnes an den von Arat von Sikyon gef√ľhrten Achaiischen Bund (251 Befreiung von Sikyon, 243 Vertreibung der Makedonen aus der Festung Akrokorinth). Demetrios II., der Sohn von Antigonos II. Gonatas, k√§mpfte ohne Erfolg gegen Achaier und √Ątoler und fand 229 im Krieg gegen die Dardaner den Tod. Damals wurde Athen von der dort seit 263 liegenden makedonischen Besatzung befreit. Die Expansion des Achaiischen Bundes brachte der Spartanerk√∂nig Kleomenes III. zum Stehen, der 226 das Ephorat abgeschafft und die Zahl der spartanischen Vollb√ľrger von 700 auf 4 000 erh√∂ht hatte. Ihm trat Antigonos III. Doson (229-221) entgegen, der 224 nochmals einen Hellenenbund unter makedonischen Hegemonie (unter Einbezug der Achaier) begr√ľndete und Sparta 222 bei Sellasia in Lakonien besiegte. Sein Nachfolger Philipp V. bek√§mpfte an der Spitze des Bundes die √Ątoler (220-217; Bundesgenossenkriege), schloss aber Frieden, da Hannibals Siegeszug in Italien ihn verlockte, am Kampf gegen die R√∂mer teilzunehmen, die durch ihr Eingreifen in Illyrien (229-228) seine Interessen an der Adria verletzt hatten.
 
Im 1. Makedonischen Krieg (215-205) standen auf Roms Seite zeitweise die √Ątoler, auf Philipps Seite die Achaier und andere Mitglieder des Hellenenbundes. Nach dem unentschiedenen Ausgang des Krieges begann Philipp nach Thrakien und Kleinasien √ľberzugreifen und verb√ľndete sich mit Antiochos III., dem Gro√üen, gegen Ptolemaios V. von √Ągypten. Von Pergamon und Rhodos gegen Philipp zu Hilfe gerufen, er√∂ffneten die R√∂mer den 2. Makedonischen Krieg (200-197). Nach der Schlacht bei Kynoskephalai (197) wurden die Makedonen aus Griechenland verdr√§ngt, und T. Quinctius Flamininus verk√ľndete 196 die Freiheit der griechischen St√§dte. 192 riefen die √Ątoler gegen Rom Antiochos III., den Gro√üen, nach Griechenland, der jedoch geschlagen wurde und im Frieden von 188 Kleinasien aufzugeben hatte. Noch 189 mussten die √Ątoler die Oberhoheit Roms ausdr√ľcklich anerkennen. Der Versuch des letzten makedonischen K√∂nigs, Perseus, die romfeindliche Stimmung auszunutzen und Griechenland wieder an Makedonien zu binden, scheiterte im 3. Makedonischen Krieg (171-168). Nach dem Sieg bei Pydna (168) teilten die R√∂mer Makedonien in vier Republiken und ergriffen u. a. Repressalien gegen Eumenes von Pergamon und gegen Rhodos. Zunehmende politische und soziale Unzufriedenheit f√ľhrte zu Erhebungen Makedoniens (149) und der Achaier. Makedonien wurde daher 148 zur r√∂mischen Provinz erkl√§rt, der Achaierbund aufgel√∂st und seine Hauptstadt Korinth zerst√∂rt (146).
 
Fortan war Griechenland, zun√§chst als Annex der Provinz Macedonia, den R√∂mern v√∂llig untertan. Die r√∂mische Herrschaft und das Eindringen r√∂mischer Geldleute, die sich besonders auf Delos (Freihafen seit 166 v. Chr.) niederlie√üen, brachten eine fortschreitende wirtschaftliche Verelendung. Athen, das sich wie andere St√§dte Mithridates VI. von Pontos angeschlossen hatte, wurde 86 von Sulla erobert. Die Stadt behielt aber ihre Bedeutung als (auch von der r√∂mischen Jugend aufgesuchtes) Bildungszentrum. Auch Kreta, dessen Piratentum die R√∂mer mit M√ľhe unterdr√ľckten, wurde 67 v. Chr. unterworfen und unter Augustus mit Kyrene zur r√∂mischen Provinz Creta et Cyrenaica vereinigt. - Die Griechen des Westen waren schon im Lauf des 3. Jahrhunderts v. Chr. unter r√∂mischer Herrschaft gefallen, nachdem der Tyrann Agathokles (316-289) noch einmal das griechische Sizilien und einen Teil Unteritaliens unter seine Gewalt gebracht hatte. Sein Erbe trat Pyrrhos von Epirus an, dessen Herrschaft auf Sizilien (278-275) jedoch nicht von Dauer war. Das K√∂nigtum Hierons II. (269-215) wurde von den R√∂mern auf Syrakus und die Ebene von Leontinoi beschr√§nkt. Mit dem Fall von Syrakus (212) bald nach Hierons Tod verschwand die letzte selbstst√§ndige griechische Macht im Westen. - In Kleinasien war das Reich von Pergamon schon 133 v. Chr. durch das Testament Attalos' III. an Rom gefallen. Der letzte Seleukide Antiochos XIII. Philadelphos wurde 64 von Pompeius abgesetzt, der Syrien zur r√∂mischen Provinz machte. 30 v. Chr. wurde dann als letzter gro√üer hellenistischer Staat nach dem Tod der Kleopatra VII. auch √Ągypten von Rom annektiert.
 
Römische Kaiserzeit:
 
Eine neue Bl√ľte erlebte das Griechentum in der Kaiserzeit. Im Osten bildeten seit Augustus die ¬ĽHellenen¬ę eine Oberschicht mit besonderen Privilegien (Voraussetzung: Besuch des Gymnasiums). Das griechische Element spielte in der lokalen und regionalen Verwaltung, seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. auch in der Reichsverwaltung, eine wichtige Rolle. Neben den Provinziallandtagen im griechischen Osten blieben in Griechenland die St√§dte- und Stammesb√ľnde, die jetzt ebenfalls dem Kaiserkult und der Interessenvertretung in Rom dienten, bestehen. Die mit dem Kaiserkult verbundenen Festspiele und die Baut√§tigkeit, die ebenso wie die ¬ĽHomonoiavertr√§ge¬ę, welche die Eintracht (griechisch hom√≥noia) der St√§dte untereinander besiegelten, von den Kaisern gef√∂rdert wurde, trugen zum wirtschaftlichen Wohlstand der Gemeinden bei. Griechenland selbst wurde von Augustus 27 v. Chr. als Provinz Achaia (Hauptstadt Korinth) reorganisiert. Die R√ľckgabe der Freiheit durch Nero blieb eine Episode. Nachdem unter Trajan das Griechentum durch den j√ľdischen Aufstand (114-117) besonders in Kyrene, √Ągypten und Zypern schwer ersch√ľttert worden war, suchte es Hadrian durch die Gr√ľndung eines panhellen. Bundes (der bis in die Mitte des 3. Jahrhunderts bestand) zu st√§rken. Sitz des Bundes war Athen, das damals vergr√∂√üert (Hadriansstadt) und zur kulturellen Hauptstadt der griechischen Reichsh√§lfte gemacht wurde. Geistig wurde die Zeit durch Plutarch, Dion aus Prusa und die Vertreter der ¬Ľzweiten Sophistik¬ę gepr√§gt, die auch politischen Einfluss besa√üen. Im 3. Jahrhundert kam es zu mehreren Einf√§llen der Heruler, die u. a. Athen pl√ľnderten (267; Abwehrerfolg des Dexippos). Seit Diokletian geh√∂rte Griechenland als Di√∂zese Macedonia mit den Provinzen Epirus I und II, Macedonia, Thessalia und Achaia zur illyrischen Pr√§fektur (Thessalonike war Residenz des Galerius). Im 4. und 5. Jahrhundert bl√ľhte Athen als Zentrum der sp√§teren Sophistik erneut auf (u. a. studierte dort der sp√§tere Kaiser Julian Apostata) und vermittelte die griechische Kultur der Stadt Konstantinopel und dem Byzantinischen Reich.
 
 Byzantinische Zeit
 
Mit Konstantinopel (Istanbul) als Hauptstadt des R√∂mischen Reiches im Osten gab Kaiser Konstantin I., der Gro√üe (306-337), dem Imperium ein neues Staatszentrum. Zu diesem Staat geh√∂rte u. a. die illyrische Pr√§fektur, die Griechenland und die Balkanmitte umfasste. Im neuen Staat waren drei Grundelemente vorhanden: r√∂mische Imperiumsvorstellung, griechische Kultur und christliche Religion. Mit der Zeit jedoch verloren lateinische Sprache (bis ins 7. Jahrhundert Amtssprache) und r√∂mische Reichsidee an Boden, und Byzanz st√ľtzte sich mehr und mehr auf die Tradition der antiken griechischen Kultur, sodass es sich im Grunde als eine Fortsetzung des Griechentums erwies; darum ist die Geschichte des Byzantinischen Reiches schlechthin ein St√ľck griechischer Geschichte. Obwohl das r√∂mische Recht die Grundlage des Rechtsbewusstseins der Byzantiner blieb, war die Grundlage ihres Geisteslebens zu allen Zeiten die griechische Kultur, Philosophie, Dichtung und Wissenschaft. Die griechische Sprache war im Osten des R√∂mischen Reiches von Anfang an die Sprache des Volkes und wurde sowohl von den Kirchenv√§tern und der philosophischen Schule von Athen (Akademie), die durch ein Edikt des 527-565 herrschenden Kaisers Justinians I. 529 geschlossen wurde, als auch von den Gelehrten der Universit√§t von Konstantinopel schon zur Zeit von Kaiser Theodosius II. (408-450) bevorzugt und unterst√ľtzt. Auch die byzantinische Kunst, die zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert haupts√§chlich unter dem Einfluss der Kulturen des √∂stlichen Mittelmeerraums und Vorderasiens entstand, trug griechische (hellenistische) Elemente (byzantinische Kultur).
 
Nach der Teilung des R√∂mischen Reiches (395) eroberten die Westgoten unter der F√ľhrung Alarichs I. Thrakien und Makedonien; sie drangen in Griechenland vor und eroberten Thessalien, Mittelgriechenland und die Peloponnes, ohne aber Athen zu zerst√∂ren. Der Regent des westlichen Kaiserreiches, Stilicho, zwang sie zum R√ľckzug. Nach der Zeit der V√∂lkerwanderung kam es unter Kaiser Justinian I. zur Stabilisierung. Er besiegte Wandalen, Ost- und Westgoten, k√§mpfte jedoch mit weniger Erfolg gegen die Perser, die Slawen und Hunnen, die einen Teil Griechenlands eroberten. Im 7. Jahrhundert bem√§chtigten sich die Araber gro√üer Teile des Reiches; als Rest blieb ein Staat mit fast rein griechischer Bev√∂lkerung zur√ľck. Die Griechen bildeten die Mehrheit in Griechenland, Kleinasien, auf den Inseln der √Ąg√§is, in Konstantinopel und Umgebung, in S√ľditalien und auf Sizilien. Auf der Balkanhalbinsel bis hin zur Peloponnes drangen in dieser Zeit gro√üe Scharen von Slawen vor. Doch wurde die griechische Nation in dieser und der darauf folgenden Zeit keineswegs slawisiert. Trotz zeitweiliger Herrschaft der Slawen, deren Christianisierung von griechischen Kl√∂stern ausging, konnte Griechenland seinen griechischen Charakter gr√∂√ütenteils ununterbrochen bewahren. Die starke slawische Einwanderung wurde seit Ende des 8./Anfang des 9. Jahrhunderts r√ľckl√§ufig. Die Gr√ľndung neuer byzantinischer Verwaltungsbezirke (Themen) in der Zeit vom Ende des 7. bis zum Anfang des 9. Jahrhunderts weist auf die Wiederherstellung der byzantinischen Herrschaft in Griechenland hin. Als Themen sind zu nennen: Thrakien, Aigaion Pelagos (die Inseln des Archipelagos), Hellas, Makedonien (damals Westthrakien), Peloponnes, Kephallenia (Ionische Inseln), Thessalonike, Strymon sowie - die diokletianische Aufteilung von Epirus fortsetzend - Dyrrhachion und Nikopolis. Die Insel Kreta war 826-961 von Arabern besetzt, die von hier aus Inseln und Festland heimsuchten. 918 drang der bulgarische Zar Simeon I., der Gro√üe (893-927), in Nordgriechenland ein und kam bis zum Golf von Korinth. Erst zu Beginn des 11. Jahrhunderts wurden die Bulgaren von Kaiser Basileios II. (976-1025) endg√ľltig zur√ľckgeschlagen. Der Zusammenbruch der byzantinischen Macht in Kleinasien und in Italien (1071, Niederlage von Mantzikert gegen die Seldschuken, Einnahme von Bari durch die Normannen) r√ľckte Griechenland ins Zentrum des Reiches, doch war es nun den Einf√§llen der s√ľditalienischen Normannen preisgegeben (1084/85 Robert Guiscard; 1147 siedelte Roger II. von Sizilien Seidenweber von Theben und Korinth nach Palermo um, 1185 fiel Thessalonike).
 
Nach der Eroberung Konstantinopels (1204) durch die Teilnehmer des 4. Kreuzzuges wurde Griechenland wie das √ľbrige Byzantinische Reich - eine Beute der Venezianer und der ¬ĽFranken¬ę, der meist aus Nordfrankreich stammenden Kreuzfahrer. Es zerfiel in kleine Herrschaften, die nur in loser Verbindung zu dem von den Kreuzfahrern gebildeten Lateinischen Kaiserreich (1204-61) standen, zu dem Thrakien, der nordwestliche Teil Kleinasiens und mehrere √§g√§ische Inseln geh√∂rten. Markgraf Bonifatius II. von Montferrat (* um 1155, ‚úĚ 1207) begr√ľndete in Nordgriechenland das K√∂nigreich Thessalonike (1204-24), das die gleichnamige Hauptstadt (heute Saloniki) und die angrenzenden Gebiete Makedoniens und Thessaliens umfasste. In Mittel- und S√ľdgriechenland entstanden gro√üe F√ľrstent√ľmer, das Herzogtum Athen (Attika, B√∂otien) und das F√ľrstentum Achaia. Die Insel Eub√∂a wurde 1205 unter drei Herren aus der Lombardei (¬Ľlombardische Dreiherren¬ę) geteilt und kam (nun meist Negroponte genannt) durch Vertr√§ge mit diesen unter den Einfluss Venedigs, das sich auch sonst die wichtigsten H√§fen und Inseln des Reichs (dazu drei Achtel von Konstantinopel) sicherte. In Epirus dagegen entstand unter der Herrschaft der Angeloi ein ¬ĽDespotat¬ę als Zentrum byzantinischer Behauptung neben den Kaiserreichen der Gro√ükomnenen in Trapezunt und der Laskariden in Nikaia. 1259 gewann Michael VIII. Palaiologos die St√§dte Monemvasia, Mistra und Geraki als Ausgangspunkte der byzantinischen Wiedergewinnung der Peloponnes. Hier blieb fortan das Despotat Morea (oder Mistra, nach dem Hauptort), auf Kosten des F√ľrstentums Achaia allm√§hlich vergr√∂√üert, die einzige stabile Macht (seit 1383 kaiserliche Sekundogenitur der Palaiologen).
 
Ein Teil der Inseln kam schon 1259 an die Byzantiner zur√ľck, Rhodos 1309 von diesen an den Johanniterorden. Kreta (jetzt nach der Hauptstadt Candia genannt), seit 1207 venezianische Siedlungskolonie, kam nach einem Aufstand 1363/66 endg√ľltig unter die Herrschaft Venedigs, ebenso Korfu (1386) und Kephallenia (1500), das schon seit 1194, zun√§chst als Pfalzgrafschaft Cefallonia, italienischen Herren unterstand. Nord- und Nordwestgriechenland gingen nach der byzantinischen Wiedereroberung (1246 und 1261) nach 1340 an den serbischen Zaren Stefan DuŇ°an verloren, dann in raschem Wechsel an italienischen, griechischen, serbischen und albanischen Kleinf√ľrsten, 1394 und 1430 an die Osmanen. Das Herzogtum Athen wurde 1311 von der Katalanischen Kompanie erobert und fiel 1388 durch Kauf an die Florentiner Bankiersfamilie Acciaiuoli (in ihrem Besitz bis zur Eroberung Athens durch den t√ľrkischen Sultan Mehmed II. 1456). Das Despotat Morea konnte bis 1432 die fr√§nkische Herrschaft, von der die Ruinen von Gipfelburgen und einige gotische Kirchen zeugen, fast ganz beseitigen; in der Stadt Mistra kam es zu einer letzten kulturellen Bl√ľte (G. G. Plethon), die auf die Renaissance in Italien hin√ľberwirkte.
 
¬†Die t√ľrkische Herrschaft
 
1460 wurde Morea von den Osmanen erobert. Die untereinander rivalisierenden Handelsm√§chte Venedig und Genua (Letzteres mit dem Besitz von Lesbos 1355-1462 und Chios 1304-29 und 1346-1566) blieben nach der Eroberung des Byzantinischen Reiches durch die Osmanen (1453 fiel Konstantinopel, 1461 das Kaiserreich Trapezunt) die einzigen Bindeglieder zwischen Griechenland und dem Abendland; beide verloren nach und nach ihre griechischen Besitzungen. Rhodos wurde 1523 von den Johannitern ger√§umt. Nur Korfu und Zakynthos kamen nie unter t√ľrkische Herrschaft, Kephallenia lediglich 1479-1500.
 
Nach der osmanischen Eroberung wurde das Land gro√üenteils der Statthalterschaft Rumelien angeschlossen und in Provinzen (Sandschaks) eingeteilt, deren Gouverneure sp√§ter oft den Rang eines Paschas erhielten. In der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Peloponnes (Morea) zu einer eigenen Statthalterschaft erhoben, ebenso das 1645-69 eroberte Kreta. Einige K√ľstengebiete und Inseln unterstanden dem Gro√üadmiral (Kapudan Pascha), wobei Letztere oft eine Sonderstellung und eine gewisse Autonomie besa√üen. Bis ins 17. Jahrhundert genoss die nichtislamische Bev√∂lkerung, der die freie Religionsaus√ľbung gew√§hrt war, im Allgemeinen Rechtssicherheit und Freiheit des Handels; die Steuerlast und die Knabenlese zur Rekrutierung des Janitscharenkorps sowie von Beamten und Palastbediensteten wurden nicht als so dr√ľckend empfunden wie die fr√ľhere Ausbeutung durch die Venezianer. Im Verlauf eines Krieges gegen die T√ľrken (1684-87) eroberte der venezianische Admiral F. Morosini Athen (nur f√ľr wenige Monate) sowie die Peloponnes, die 1699 im Frieden von Karlowitz an Venedig abgetreten werden musste (mit einigen Inseln); er wurde jedoch durch den Frieden von Passarowitz 1718 wieder t√ľrkisch, zusammen mit der Insel Tenos (heute Tinos); damit war das gesamte griechische Siedlungsgebiet mit Ausnahme der Ionischen Inseln und der Insel Kythera, die zu Venedig geh√∂rten, t√ľrkisch geworden. Im √Ėkumenischen Patriarchat, das auch mit weitgehenden weltlichen Kompetenzen ausgestattet war, hatte der Sultan eine Art griechische nationale Repr√§sentation anerkannt; Griechen aus den vornehmen Familien des Konstantinopler Stadtviertels Phanar (Phanarioten) stiegen in hohe Verwaltungsposten des Osmanischen Reiches auf.
 
Durch die innere Krise des Osmanischen Reiches seit dem 17./18. Jahrhundert und besonders infolge der Finanzkrise gerieten v. a. die Bauern unter wachsenden Steuerdruck; gefl√ľchtete Bauern und andere Besitzlose und Verfolgte schlossen sich in den R√§uberbanden der Klephten zu einer Form des nationalen und sozialen Widerstandes zusammen. Aus ihnen und den meist christlichen Milizen der Armatolen ging eine milit√§rische F√ľhrungsschicht hervor, die im griechischen Freiheitskampf eine bedeutende Rolle spielte. Das Erscheinen einer russischen Flotte w√§hrend des russisch-t√ľrkischen Krieges 1768-74 (T√ľrkenkriege) im Mittelmeer und die Landung russischer Truppen auf der Peloponnes 1770 veranlassten einen Aufstand, der jedoch ebenso niedergeschlagen wurde wie jener der Sulioten 1803.
 
 Der Unabhängigkeitskrieg
 
Seit dem 18. Jahrhundert wurde eine neue Schicht griechischer Kaufleute und Fernh√§ndler dank ihrer Kontakte zu Mittel- und Westeuropa auch zu Vermittlern des Gedankengutes der Aufkl√§rung und der nationalen Bewegungen. Aus ihren Reihen gingen die Gr√ľnder des revolution√§ren Geheimbundes der ¬ĽHetairia Philikon¬ę (Het√§rie) hervor, der die organisatorische Vorbereitung des griechischen Aufstandes gegen die t√ľrkische Herrschaft √ľbernahm. Unter dem Eindruck der gegl√ľckten serbischen Erhebung (1804-17), der Auseinandersetzung des Sultans mit dem unbotm√§√üigen Ali Tepedelenli, Pascha von Jannina, und im Vertrauen auf russischer Hilfe r√ľckte A. Ypsilanti mit seiner Heiligen Schar am 6. 3. 1821 in das Donauf√ľrstentum Moldau ein und rief zur Erhebung auf. Die russische Unterst√ľtzung blieb aber aus, und nach der Niederlage von Dr«ég«éŇüani am 19. 6. 1821 scheiterte das Unternehmen. Am 25. 3. 1821 begann der Aufstand im eigentlichen Griechenland, der durch den Aufruf des Erzbischofs Germanos von Patras (* 1771, ‚úĚ 1826) zum Befreiungskrieg einen starken Auftrieb bekam. Im ersten Anlauf gelang es den Griechen, mit Ausnahme weniger St√§dte (Tripolis, Nauplia), die Peloponnes und am 7. 5. 1821 auch Athen in ihre Hand zu bringen. Eine vorl√§ufige Regierung bildete sich unter T. Kolokotronis und P. Mavromichalis. Am 1. 1. 1822 verk√ľndete eine in Epidauros tagende Nationalversammlung die Unabh√§ngigkeit Griechenlands; am 27. 1. 1822 wurde das nach westeurop√§ischen Vorbildern geformte ¬ĽOrgan. Gesetz von Epidauros¬ę angenommen. Die t√ľrkische Reaktion begann mit der Hinrichtung des Partriarchen Gregorios V. am 22. 4. 1821. Nach der Unterwerfung des Paschas von Jannina r√ľckten Truppen gegen die griechischen Aufst√§ndischen vor. Diese konnten zwar die t√ľrkische Streitmacht zun√§chst zur√ľckschlagen; Versuche, die Erhebung auf Epirus auszudehnen, scheiterten jedoch. Der griechische Aufstand fand ein weit reichendes Echo. Etwa tausend Freiwillige - unter ihnen der englische Dichter Lord Byron - zogen nach Hellas, Geld- und Sachspenden wurden aufgebracht (Philhellenen); zugleich aber rieben sich die Aufst√§ndischen in zwei B√ľrgerkriegen 1823/24 um die innere Ordnung des befreiten Gebietes auf. Im Februar 1825 entsandte der t√ľrkische Statthalter von √Ągypten, Mehmed Ali, seinen Sohn Ibrahim Pascha mit einem gut ausgebildeten Heer und einer starken Flotte zur Peloponnesischen Bis zum Jahresende hatte er au√üer den schwer zug√§nglichen Gebirgsgegenden die ganze Halbinsel unterworfen. Am 22. 4. 1826 fiel Missolunghi (Mesolongion) nach fast einj√§hriger Belagerung, am 15. 8. 1826 auch Athen, wo sich nur die Besatzung der Akropolis (bis Juni 1827) halten konnte. Angesichts weiterer t√ľrkisch-√§gyptischen Erfolge w√§hlten die griechischen Klephtenf√ľhrer am 11. 4. 1827 Im Allgemeinen Graf Kapodistrias auf sieben Jahre zum Regenten. Am 6. 7. 1827 einigten sich Russland, Gro√übritannien und Frankreich im Londoner Vertrag auf ein bewaffnetes Eingreifen im t√ľrkisch-griechischen Krieg. Die vereinigten Flotten der drei M√§chte vernichteten ohne Kriegserkl√§rung am 20. 10. 1827 bei Navarino die t√ľrkisch-√§gyptischen Seestreitkr√§fte. Ein franz√∂sischer Expeditionskorps intervenierte auf der Peloponnes, und Zar Nikolaus I. erkl√§rte Ende April 1828 der T√ľrkei den Krieg. Die Griechen nutzten die milit√§rische Bindung des Sultans, um im Mai 1829 n√∂rdlich des Golfs von Korinth wieder Fu√ü zu fassen. Gro√übritannien erwirkte unter dem Eindruck des russisch-t√ľrkischen Friedens von Adrianopel (14. 9. 1829 im Londoner Protokoll vom 3. 2. 1830 die volle Souver√§nit√§t eines K√∂nigreichs Griechenland. Dessen Territorium bestand, bezogen auf das heutige Staatsgebiet, aus S√ľd- und Zentralgriechenland einschlie√ülich Eub√∂a und den Kykladen, jedoch ohne Kreta, die Ionischen Inseln sowie den gr√∂√üten Teil Thessaliens und des Archipelagos. Der als K√∂nig vorgesehene Prinz Leopold von Sachsen-Coburg und Gotha zog seine bereits gegebene Zusage wieder zur√ľck (seit 1831 als Leopold I. K√∂nig der Belgier). Kapodistrias, der mit Strenge die anarchischen Zust√§nde in dem vom Krieg verw√ľsteten Land beseitigen wollte, wurde am 9. 10. 1831 ermordet. Nachfolger als (vorl√§ufiger) Regent wurde sein Bruder Augustinos Graf Kapodistrias (* 1778, ‚úĚ 1857). 1832 einigten sich die Gro√üm√§chte in London auf den noch unm√ľndigen Prinzen Otto von Bayern als Thronpr√§tendenten.
 
 Die Regierung Ottos
 
Am 8. 8. 1832 stimmte die griechische Nationalversammlung der Thronbesteigung Ottos (6. 2. 1833 zu. Bis 1835 lenkte ein Regentschaftsrat unter J. L. Graf von Armansperg den neuen Staat. Eine Anleihe der Gro√üm√§chte und eine bayerische Schutztruppe sollten dem Regime Stabilit√§t verleihen. Die Bevorzugung nichtgriechischer Pers√∂nlichkeiten in Regierung und Verwaltung und mangelnde Anpassung an griechische Denkweise kosteten viele Sympathien. Die politische Anlehnung Armanspergs an Gro√übritannien bewirkte Misstrauen in Paris und Sankt Petersburg. Am 20. 12. 1837 konstituierte sich das erste ¬Ľnationale¬ę Kabinett. Zwar wurden 1839 die diplomatischen Beziehungen zum Osmanischen Reich aufgenommen, aber schon 1841 durch eine Revolte der griechischen Einwohner auf Kreta belastet. Die innenpolitische Unruhe kam im September 1843 in einer unblutigen Erhebung zum Ausdruck, in deren Folge die Masse der Fremden aus dem griechischen Staatsdienst entlassen und am 2. 3. 1844 eine Verfassung verk√ľndet wurde. Das au√üenpolitische Leitbild der Griechen im 19. Jahrhundert war die ¬ĽMegale Idea¬ę, die ¬ĽGro√üe Idee¬ę der Wiedererrichtung eines gro√ügriechischen Reiches mit der Hauptstadt Konstantinopel. Einen ersten Schritt hierzu schien der Krimkrieg (1853/54-56) zu erm√∂glichen, aber milit√§rische Erfolge der Griechen im Epirus wurden durch eine anglofranz√∂sische Besetzung von Pir√§us zunichte gemacht. Die Unzufriedenheit f√ľhrender Kreise mit dem au√üenpolitisch erfolglosen K√∂nig f√ľhrte im Februar 1862 zu einer Rebellion und am 22. 10. 1862 zur Absetzung des K√∂nigs durch eine provisorische Regierung.
 
 Die Regierung Georgs I.
 
Prinz Wilhelm von D√§nemark wurde als Georg I. (1863-1913) Nachfolger Ottos. Zu seinen Gunsten verzichtete Gro√übritannien auf das Protektorat √ľber die Ionischen Inseln. Die neue Verfassung von 1864 blieb bis 1911 unver√§ndert in Kraft. Ein 1866 auf Kreta ausgebrochener Aufstand wurde insgeheim von der Regierung und offen von Privatleuten unterst√ľtzt. In der Krise des Krieges zwischen Serbien-Montenegro und der T√ľrkei von 1875/76 konnte Ministerpr√§sident C. Trikupis gegen die √∂ffentliche Meinung die Neutralit√§t bewahren. Im t√ľrkisch-russischen Krieg von 1877/78 verhinderte Gro√übritannien die Annexion Thessaliens durch Griechenland. Der Berliner Kongress (1878) √ľberlie√ü den Streit um Thessalien direkten griechisch-t√ľrkischen Verhandlungen. Unter Vermittlung der Gro√üm√§chte trat die T√ľrkei am 24. 5. 1881 in der Konvention von Konstantinopel Thessalien und das Gebiet von Arta an Griechenland ab. Als Trikupis 1895 aus der Politik ausschied, nahm die panhellen. Idee einen gro√üen Aufschwung. Nachdem im Februar 1897 ein griechisches Expeditionskorps auf Kreta gelandet und die Intervention der Gro√üm√§chte erfolglos geblieben war, erkl√§rte die T√ľrkei im April 1897 Griechenland den Krieg. Die Armee des Prinzen Konstantin in Thessalien wurde geschlagen, Athen musste seine Truppen aus Kreta zur√ľckrufen und am 20. 5. in einen Waffenstillstand einwilligen. Der Friedensvertrag vom 4. 12. 1897 sah eine Kriegsentsch√§digung und eine Grenzregulierung zugunsten der T√ľrkei vor.
 
Die wirtschaftliche Entwicklung war ab 1882 gepr√§gt von den Versuchen des Ministerpr√§sidenten Trikupis, das Land zu erschlie√üen, den inneren Markt auszuweiten, die Verwaltung zu modernisieren und aufzur√ľsten. Zwischen 1879 und 1890 verschuldete sich Griechenland im Ausland in H√∂he von 630 Mio. Goldfrancs, deren gr√∂√üter Teil, zu K√§ufen verwendet, auch im Ausland verblieb. 1893 betrug der Schuldendienst rd. 33 % der Staatseinnahmen. Die langfristig angelegte Politik infrastruktureller Entwicklung kam, bevor der veranschlagte Nutzen sichtbar war, infolge zus√§tzlicher finanzieller Belastungen durch die internationale Rosinenabsatzkrise und den Krieg von 1897 gegen das Osmanische Reich zum Stillstand. Die Gl√§ubigerl√§nder verh√§ngten √ľber Griechenland eine internationale Finanzkontrolle.
 
Im Dezember 1898 wurde Prinz Georg von Griechenland von den Gro√üm√§chten zum Gouverneur von Kreta berufen; er legte aber sein Amt im September 1906 nieder, da die Agitation f√ľr die Vereinigung der Insel mit dem Mutterland nicht nachlie√ü. Die Regierung in Athen wagte angesichts der milit√§rischen Schw√§che des Landes nicht, die im Oktober 1908 von der kretischen Nationalversammlung ausgerufene Vereinigung mit Griechenland anzunehmen. Parallel zur jungt√ľrkischen Revolution (Jungt√ľrken) bildete sich 1909 in der griechischen Armee eine Milit√§rliga, die massiv in die Innenpolitik eingriff. Von ihr wurde der politische F√ľhrer der Kreter, E. Venizelos, nach Athen gerufen. Die Jahre seiner Regierung (1910-15) waren die Bl√ľtezeit der neugriechischen Geschichte: Beitritt zum Balkanbund, Reorganisation der Streitkr√§fte, siegreiche Teilnahme an den Balkankriegen von 1912/13. Im ersten Balkankrieg erwarb Griechenland Makedonien mit Saloniki, Epirus und die Inseln vor der t√ľrkischen K√ľste ohne den Dodekanes. Diese Gewinne und die Vereinigung Kretas mit Griechenland wurden durch den zweiten Balkankrieg nicht mehr gef√§hrdet, nur Nord-Epirus blieb strittig. Zwischen den Kriegen, am 18. 3. 1913, war K√∂nig Georg I. ermordet worden. Ihm folgte sein √§ltester Sohn als Konstantin I. (1913-17 und 1920-22).
 
 Griechenland im Ersten Weltkrieg
 
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs erkl√§rte Konstantin I. die Neutralit√§t seines Landes, geriet jedoch damit in Gegensatz zu Ministerpr√§sident Venizelos, der den Eintritt Griechenlands in den Krieg an der Seite der Entente (v. a. Gro√übritannien, Frankreich) w√ľnschte, da er in einer solchen Kriegsbeteiligung die beste M√∂glichkeit sah, territoriale Erweiterungen seines Landes, besonders den Gewinn Konstantinopels, erreichen zu k√∂nnen. Nach dem Scheitern der franz√∂sisch-britischen Offensive gegen die t√ľrkischen Positionen im Bereich der Dardanellen (Februar 1915) setzte der K√∂nig Venizelos als Ministerpr√§sident ab, legte die Neutralit√§t seines Landes fest und regierte mit ihm ergebenen Regierungschefs (u. a. A. Za√Įmis) weiter. Der Streit zwischen Konstantin I. und Venizelos spaltete die Bev√∂lkerung in zwei einander bek√§mpfende Lager. Im Oktober 1915 besetzten die Ententem√§chte - auf Veranlassung von Venizelos - Saloniki, um die Meerengen unter ihre Kontrolle zu bringen und den griechischen K√∂nig unter Druck zu setzen. Unter britisch-franz√∂sischem Schutz bildete Venizelos am 18. 10. 1916 dort eine Aufstandsregierung. Nach einer Blockade der griechischen K√ľste seitens der Entente und einer teilweisen Besetzung Nordgriechenlands dankte Konstantin I. am 12. 6. 1917 zugunsten seines zweiten Sohnes Alexander ab. Nunmehr wieder Ministerpr√§sident seines Landes (1917-20), erkl√§rte Venizelos den Mittelm√§chten (Deutschland und √Ėsterreich-Ungarn) und ihren Verb√ľndeten (Bulgarien, Osmanisches Reich) den Krieg und erreichte nach der Kapitulation der Mittelm√§chte und ihrer Verb√ľndeten (1918) die Anerkennung als Siegermacht seitens der Entente.
 
 Von den Pariser Vorortverträgen (1919/20) zum Frieden von Lausanne (1923)
 
Im Frieden von Neuilly-sur-Seine (27. 11. 1919) zwischen den Ententem√§chten und Bulgarien erhielt Griechenland das s√ľdliche Makedonien, im Frieden von S√®vres zwischen den Ententem√§chten und dem Osmanischen Reich (10. 8. 1920 Ost-Thrakien (einschlie√ülich Gallipoli) bis zur √áatalcalinie, alle √Ąg√§ischen Inseln (mit Ausnahme von Rhodos) und Smyrna (bereits seit 1919 von griechischen Truppen besetzt). Nachdem die unter F√ľhrung von M. Kemal Atat√ľrk wieder erstarkte T√ľrkei die Ratifizierung des Vertrags von S√®vres abgelehnt hatte, suchte Venizelos mit Billigung der Entente die Annahme dieses Vertrags milit√§risch zu erzwingen und leitete in Kleinasien eine Offensive gegen die t√ľrkischen Truppen ein. In dieser Situation kam es jedoch in Griechenland zu einer innenpolitischen Wende. Nach dem Tod des jungen K√∂nigs Alexander (25. 10. 1920 erlitt Venizelos bei den notwendig gewordenen Parlamentswahlen eine Niederlage und ging au√üer Landes. Aufgrund einer Volksabstimmung kehrte Konstantin I. im Dezember 1920 auf den Thron zur√ľck und setzte trotz Bedenken den Krieg gegen die T√ľrkei fort. Als das griechische Heer im Zuge t√ľrkischer Gegenangriffe zusammenbrach, sah er sich gezwungen, erneut abzudanken, diesmal zugunsten seines ersten Sohnes, der im September 1922 als Georg II. den Thron bestieg. Nach dem Waffenstillstand von Mundania (10. 10. 1922 verlor Griechenland im Frieden von Lausanne (24. 7. 1923 wieder Ost-Thrakien und seine kleinasiatischen Gebiete. Dar√ľber hinaus musste es im Austausch gegen 600 000 T√ľrken 1,5 Mio. Griechen aus Kleinasien aufnehmen. Damit war der bis in die Antike zur√ľckreichenden griechischen Kultur in Kleinasien die Basis entzogen.
 
 Die Republik (1924-35)
 
Nach dem griechisch-t√ľrkischen Krieg belasteten die fortdauernden Auseinandersetzungen zwischen den Anh√§ngern von Venizelos (¬ĽVenizelisten¬ę) und seinen Gegnern (¬ĽAntivenizelisten¬ę) die griechische Innenpolitik. Unter dem Eindruck der milit√§rischen Niederlage in Kleinasien lie√üen die nach der Abdankung Konstantins I. an die Macht gelangten Venizelisten antivenizelistische Politiker im November 1922 hinrichten. W√§hrend in dieser Zeit die Venizelisten immer st√§rker der republikanischen Staatsform zuneigten, traten ihre Gegner f√ľr die Erhaltung der Monarchie ein. Am 25. 3. 1924 rief die von den Venizelisten beherrschte, im Dezember 1923 gew√§hlte verfassunggebende Nationalversammlung die Republik aus (am 13. 4. 1924 durch eine Volksabstimmung best√§tigt); K√∂nig Georg II. ging bereits Ende 1923 ins Exil. Staatspr√§sidenten der Republik waren: P. Konduriotis (1924-26 und 1926-29), T. Pangalos (April-August 1926) und A. Za√Įmis (1929-35). Nach dem Versuch von General Pangalos 1925/26, in Griechenland eine Diktatur zu errichten, verabschiedete die Nationalversammlung im Juni 1927 eine parlamentarisch-demokratische Verfassung. Unter den Ministerpr√§sident Za√Įmis (1926-28) und Venizelos (1928-32) folgte nach den Jahren st√§ndiger innerer K√§mpfe eine Periode gr√∂√üerer innenpolitischen Stabilit√§t. Der wirtschaftliche Aufschwung, der 1924-26 begonnen hatte, setzte sich bis zum Ausbruch der Weltwirtschaftskrise fort, die Griechenland schwer traf. Auf ausl√§ndische Finanzhilfe angewiesen, suchte die Regierung Venizelos, den Schuldendienst durch Devisenbewirtschaftung, Kreditrestriktionen und Importbeschr√§nkungen aufrechtzuerhalten, musste aber dann doch ein Moratorium verk√ľnden. Die Drachme verlor 75 % ihres Wertes. Angesichts der sich verschlechternden Lebensbedingungen kam es zu Streiks.
 
Bei den Wahlen vom September 1932 und März 1933 erzielten die Royalisten starke Stimmengewinne (1933 mit kleineren Rechtsparteien die absolute Mehrheit) und stellten mit P. Tsaldaris 1932/33 und 1933-35 den Ministerpräsident Diese Entwicklung verschärfte den Radikalismus sowohl auf republikanischer als auch auf royalistische Seite. Um eine Restauration der Monarchie zu verhindern, unternahmen republikanische Gruppen Putschversuche, und zwar im März 1933 (General N. Plastiras) und im März 1935 (Venizelos).
 
In der Au√üenpolitik hatte die Regierung Venizelos Ende der 20er-Jahre mit einer Politik der Freundschaftsvertr√§ge eine neue Linie eingeleitet. Nach dem Freundschaftsvertrag mit Italien (1928) und Jugoslawien (1929) unterzeichnete sie einen Freundschafts-, Neutralit√§ts- und Schiedsvertrag mit der T√ľrkei (1930). 1934 schloss die Regierung Tsaldaris mit Jugoslawien, Rum√§nien und der T√ľrkei den Balkanpakt 1).
 
¬†Von der Wiederherstellung der Monarchie bis zum Ende des B√ľrgerkrieges (1935-49)
 
Im Juni 1935 errangen die Royalisten einen hohen Wahlsieg. Nach Absetzung des gem√§√üigt royalistischen Ministerpr√§sidenten Tsaldaris riefen radikale Anh√§nger des K√∂nigtums am 12. 10. 1935 die Monarchie aus und lie√üen sich dies nach umfangreichen Wahlmanipulationen am 3. 11. 1935 durch ein Plebiszit best√§tigen. Als es dem nach Griechenland zur√ľckgekehrten K√∂nig Georg II. nicht gelang, die widerstreitenden Kr√§fte zu einigen, errichtete mit seiner Billigung Ministerpr√§sident I. Metaxas (1936-41) ein diktatorisches Regierungssystem, das sich an faschistischen Regimen orientierte, aber auch auf wirtschaftliche Erfolge und bedeutende sozialpolitische Ma√ünahmen (z. B. Mindestl√∂hne, Kollektivvertr√§ge, Sozialversicherung) verweisen konnte. Au√üenpolitisch verband Metaxas neutrale Zur√ľckhaltung mit Anlehnung an die Westm√§chte (Gro√übritannien, Frankreich). In Erwartung eines bulgarischen Angriffs wurde die Nordgrenze stark befestigt (¬ĽMetaxaslinie¬ę).
 
Der Einfall italienischer Streitkr√§fte (28. 10. 1940 in das griechische Epirus zog Griechenland in den Zweiten Weltkrieg. Zwar gelang es den griechischen Truppen, den italienischen Angriff zur√ľckzuschlagen und im Gegenzug auf das Gebiet des (1939 von Italien besetzten und diesem angeschlossenen) Albanien vorzusto√üen, doch mussten sie gegen√ľber der von Bulgarien aus am 6. 4. 1941 eingedrungenen deutschen 12. Armee, die die ¬ĽMetaxaslinie¬ę rasch durchbrach, am 21. 4. 1941 kapitulieren (Wiederholung der Kapitulation unter Beteiligung Italiens am 23. 4. 1941 in Saloniki). Das aufgrund eines griechischen Hilfeersuchens im M√§rz 1941 in Griechenland gelandete britische Expeditionsheer zog sich wieder zur√ľck. Am 27. 4. 1941 r√ľckten deutsche Truppen in Athen ein; deutsche Fallschirmj√§ger und Gebirgstruppen eroberten vom 20. 5. bis zum 1. 6. 1941 Kreta. Bulgarien okkupierte das griechische Makedonien und Gebiete Thrakiens (brutale Bulgarisierungspolitik).
 
W√§hrend Georg II. und die Regierung unter Ministerpr√§sident Emmanuel Tsuderos ins Exil gingen, wurde Griechenland zun√§chst gr√∂√ütenteils einer italienischen Milit√§rverwaltung unterstellt; nach der Kapitulation Italiens (1943) besetzten deutsche Truppen das Land. Eng mit den Besatzungsm√§chten kooperierende Regierungen amtierten unter General G. Tsolakoglu (1941/42), K. Logothetopulos (1942/43) und J. Rallis (1943/44). 1943/44 kam es zu terroristischen Aktionen deutscher Besatzungsorgane gegen die griechische Bev√∂lkerung (Geiselerschie√üungen und Massenexekutionen) und zur Deportation griechischer Juden in die Vernichtungslager Osteuropas. Gegen die Besatzungsm√§chte bildeten sich Widerstandsorganisationen, v. a. die ma√ügeblich von den Kommunisten aufgebaute und geleitete E. A. M., deren Milit√§rorganisation E. L. A. S. einen wirksamen Partisanenkrieg gegen die Besatzer f√ľhrte und bald gro√üe Teile des Landes unter ihre Kontrolle bringen konnte (im M√§rz 1944 Errichtung einer Regierung [¬ĽPolitisches Komitee der Nationalen Befreiung, griechische Abk√ľrzung PEEA] und einen Monat sp√§ter Durchf√ľhrung von Wahlen in den von ihr befreiten Gebieten). Daneben existierte die wesentlich kleinere, aber von den Briten protegierte republikanisch-konservative E. D. E. S. (griechische Abk√ľrzung f√ľr ¬ĽNationaldemokratische Griechische Liga¬ę). Beide Widerstandsorganisationen bek√§mpften sich erbittert gegenseitig. Beim Abr√ľcken der deutschen Wehrmachtsverb√§nde (Oktober/November 1944) zog unter dem Schutz der in Griechenland landenden britischen Truppen am 18. 10. 1944 die im Exil gebildete Regierung unter G. Papandreu (Mai-Dezember 1944) in Athen ein, der bis 1. 12. 1944 (im Rahmen der im September 1944 konstituierten ¬ĽRegierung der Nationalen Einheit¬ę) auch Minister aus den Reihen der E. A. M. angeh√∂rten (R√ľcktritt nach der Anordnung zur Entwaffnung der E. L. A. S). Der am 3. 12. 1944 von den Kommunisten ausgel√∂ste Aufstand in Athen, mit dem ein bis 1949 andauernder B√ľrgerkrieg begann, wurde durch die am 5. 12. 1944 milit√§risch eingreifenden britischen Truppen niedergeschlagen (am 11. 1. 1945 Waffenstillstand, am 12. 2. 1945 Friedensabkommen mit der E. A. M.). Nach den Parlamentswahlen vom 31. 3. 1946 √ľbernahm K. Tsaldaris im April 1946 das Amt des Ministerpr√§sidenten (bis Januar 1947 und erneut von August/September desselben Jahres) und betrieb die Wiederherstellung der Monarchie. Dieser (mit einem harten Vorgehen gegen die linke Opposition einhergehenden) Restauration widersetzten sich die griechischen Kommunisten; am 28. 10. 1946 vereinigten sich ihre Partisanengruppen zur ¬ĽDemokratischen Armee Griechenlands¬ę, die mit albanischer, bulgarischer und jugoslawischer Unterst√ľtzung den bewaffneten Kampf aufnahm. V. a. mithilfe der USA, die im Rahmen der Truman-Doktrin 1947 Gro√übritannien als Schutzmacht abl√∂ste, schlugen die neu ausger√ľsteten Regierungstruppen nach mehrj√§hrigen blutigen Auseinandersetzungen den Aufstand nieder und zwangen die im Dezember 1947 gebildete ¬ĽProvisorische Demokratische Regierung¬ę f√ľr die von den Kommunisten kontrollierten Gebiete im Oktober 1949 zur Aufgabe aller milit√§rischen Aktionen (danach jahrelange Verfolgung der Beteiligten am Aufstand, zahlreiche Todesurteile und Tausende Verhaftungen).
 
Die italienischen und deutschen Angriffe auf Griechenland w√§hrend des Zweiten Weltkriegs, die Besatzungszeit und der B√ľrgerkrieg forderten Hunderttausende Tote; viele Griechen verlie√üen w√§hrend der B√ľrgerkriegswirren das Land. Im Frieden von Paris (10. 2. 1947 gewann Griechenland den Dodekanes.
 
 Die Nachkriegszeit (1949-74)
 
Im September 1946 kehrte Georg II. im Anschluss an eine f√ľr die Monarchie positiv verlaufene Volksabstimmung nach Athen zur√ľck. Nach seinem Tode folgten ihm Paul (1947-64) und Konstantin II. (1964-73/74) auf den Thron. 1944-52 l√∂sten zahlreiche Regierungen einander ab, v. a. infolge der instabilen Mehrheitsverh√§ltnisse im Parlament. Die 1952 revidierte Verfassung entwickelte das griechische parlamentarische System weiter.
 
An der Spitze der konservativen ¬ĽHellenistische Sammlungsbewegung¬ę, die sich 1956 in die ¬ĽNationalradikale Union¬ę (ERE) umwandelte, errang 1952 Marschall A. Papagos einen hohen Wahlsieg. Griechenland schloss sich 1952 der NATO (1974-80 zeitweiliger Austritt) und 1954 dem Balkanpakt 2) an. Nach mehrj√§hrigen Verhandlungen vereinbarten Griechenland, Gro√übritannien und die T√ľrkei in einem ¬ĽDreim√§chtevertrag¬ę (1959) die Errichtung einer unabh√§ngigen Republik auf Zypern. Ein Assoziierungsabkommen Griechenlands mit der EWG (1961) trat 1962 in Kraft (1967-74 ausgesetzt). 1955-63 (mit Unterbrechungen 1958 und 1961) war K. Karamanlis Regierungschef; er stellte die Wirtschaft des Landes auf moderne Grundlagen, geriet aber in Fragen des Rechtsstaates immer wieder in Konflikt mit den Kr√§ften der Opposition. Unter F√ľhrung von G. Papandreu schlossen sich 1961 sozialdemokratische und liberale Kr√§fte in der ¬ĽZentrumsunion¬ę zusammen. Auf der √§u√üersten Linken hatte sich nach dem B√ľrgerkrieg die ¬ĽVereinigte Demokratische Linke¬ę (EDA) gebildet. Die Ermordung des EDA-Abgeordneten Grigorios Lambrakis (* 1913) am 27. 5. 1963 in Saloniki versch√§rfte erneut die innenpolitischen Gegens√§tze. Nach dem Sieg seiner Partei bei den Wahlen von 1963 und 1964 (absolute Mehrheit) √ľbernahm G. Papandreu das Amt des Ministerpr√§sidenten, geriet jedoch nach seiner Absetzung durch den K√∂nig (15. 7. 1965 in einen schweren Verfassungskonflikt mit diesem; im Zentrum der Auseinandersetzung standen der Versuch Papandreus, das Milit√§r einer st√§rkeren zivilen Kontrolle zu unterwerfen, und der Wille des K√∂nigs, bei der F√ľhrung der Armee und der Auswahl der Minister ein Mitspracherecht durchzusetzen.
 
Um die f√ľr Mai 1967 geplanten Wahlen zu verhindern, errichtete eine konservative Gruppe von Offizieren unter Oberst G. Papadopulos nach ihrem Staatsstreich vom 21. 4. 1967 ein diktatorisches Regierungssystem (Massendeportationen, Folterungen, Gleichschaltung der Presse, Errichtung von Konzentrationslagern auf Jaros und Leros, blutige Unterdr√ľckung der Studentenproteste vom November 1973 in Athen durch die Armee). Nach einem erfolglosen Gegenputsch Konstantins II. (Dezember 1967) und dessen Emigration rief Ministerpr√§sident Papadopulos die Republik aus (1. 6. 1973 und lie√ü sich zum Staatspr√§sidenten w√§hlen. Nach einem unblutigen Putsch gegen ihn (November 1973) √ľbernahm General P. Gisikis (* 1917) die Pr√§sidentschaft (bis Dezember 1974).
 
Seit den 60er-Jahren nahmen die griechisch-t√ľrkischen Spannungen erneut zu und erreichten 1974 mit dem Putschversuch griechisch-zypriotischer Kr√§fte, die einen Anschluss der Insel an Griechenland erstrebten, und der Besetzung Nordzyperns durch t√ľrkische Truppen einen H√∂hepunkt. Der Fehlschlag des von Athen aus gelenkten Aufstandes auf Zypern f√ľhrte zum Sturz der griechischen Milit√§rdiktatur.
 
 Griechenland seit 1974
 
Unter Ministerpr√§sident Karamanlis (Juli 1974-Mai 1980) kehrte Griechenland zum parlamentarisch-demokratischen System zur√ľck. In einer Volksabstimmung (Dezember 1974) sprach sich die Bev√∂lkerung f√ľr die Beibehaltung der republikanischen Staatsform aus. Im Juni 1975 trat eine neue Verfassung in Kraft. Staatspr√§sidenten waren 1975-80 K. Tsatsos (* 1899, ‚úĚ 1987) und 1980-85 K. Karamanlis (beide: ¬ĽNeue Demokratie¬ę, ND). 1980/81 √ľbte G. Rallis (* 1918) das Amt des Regierungschefs aus. Mit Wirkung vom 1. 1. 1981 wurde Griechenland Vollmitglied der EG. Nach den Parlamentswahlen vom Oktober 1981 musste die konservative ND, die unter F√ľhrung von Karamanlis 1974 und (trotz starker Verluste) 1977 die absolute Mehrheit gewonnen hatte, die Regierungsverantwortung an die ¬ĽPanhellen. Sozialistische Bewegung¬ę (PASOK) abtreten. Ihr Vorsitzender A. Papandreu wurde Ministerpr√§sident (1981-89) und stellte Reformen in Aussicht (teilweise realisiert, z. B. Einf√ľhrung der Zivilehe; soziale Verbesserungen). Im M√§rz 1985 w√§hlte die Nationalversammlung C. Sartzetakis (* 1929, parteilos) zum Staatspr√§sidenten. Den Parlamentswahlen im Juni 1985 folgten im Oktober desselben Jahres drakonische Sparma√ünahmen der wieder gew√§hlten PASOK-Regierung, die schwere soziale Unruhen nach sich zogen (im November 1985 Generalstreik). 1988 l√∂ste der in der √Ėffentlichkeit erhobene Vorwurf, f√ľhrende Mitglied der PASOK und Minister der von ihr gestellten Regierung seien in die Bestechungsaff√§re um den fr√ľheren Direktor der ¬ĽBank von Kreta¬ę und Verleger Giorgios Koskotas verwickelt, eine Krise des Kabinetts unter Ministerpr√§sident A. Papandreu aus und beschwor eine l√§ngere innenpolitische Instabilit√§t herauf; erst nach drei Parlamentswahlen (im Juni und November 1989 sowie im April 1990) und zwei kurzlebigen Regierungen (Juli-November 1989 Koalitionsregierung von ND und Vereinigte Linke und November 1989-Februar 1990 Allparteienregierung) kam im April 1990 eine knappe regierungsf√§hige Mehrheit der konservativen ND unter ihrem Vorsitzenden Konstantinos Mitsotakis (* 1918) zustande, der 1990-93 Ministerpr√§sident war. Am 4. 5. 1990 w√§hlte das Parlament zum zweiten Mal K. Karamanlis zum Staatspr√§sidenten (im Amt bis 1995). Die Regierung Mitsotakis leitete ein Sanierungsprogramm ein, das u. a. die Privatisierung von Staatsunternehmen, die Streichung von Subventionen f√ľr unrentable Betriebe, Preiserh√∂hungen f√ľr √∂ffentliche Dienstleistungen, Einsparungen im Rentensystem, die Verringerung der Inflationsrate, Investitionen in der Infrastruktur und die Exportf√∂rderung vorsah; aus Protest gegen die sozialen Folgen dieser Politik riefen die Gewerkschaften im August und September 1992 Generalstreiks aus. Vor diesem Hintergrund gewann die PASOK die Parlamentswahlen vom Oktober 1993 und stellte wieder mit Papandreu den Ministerpr√§sidenten Seine Regierung k√ľndigte die R√ľcknahme des Privatisierungsprogramms an und erkl√§rte Bek√§mpfung von Inflation (1993: 14,4%), Rezession und Arbeitslosigkeit zu ihren wichtigsten Zielen. Im April 1994 beschloss das Parlament die Enteignung und Ausb√ľrgerung des fr√ľheren (seit 1967 im Exil in London lebenden) K√∂nigs Konstantin II. und seiner Familie. Am 8. 3. 1995 wurde K. Stephanopulos zum Staatspr√§sidenten gew√§hlt.
 
Au√üenpolitisch billigte das Parlament am 31. 7. 1992 den Vertrag von Maastricht √ľber die Europ√§ische Union. Nach dem Zerfall Jugoslawiens kam es zu einem Interessenkonflikt mit dem 1991 unabh√§ngig gewordenen Makedonien, dem Griechenland mit Blick auf das gleichnamige griechische Gebiet - einen Angriff auf seine territoriale Integrit√§t vorwarf. Nachdem Griechenland zun√§chst die internationale Anerkennung Makedoniens blockiert und im Februar 1994 (trotz des Protestes der EU) ein Handelsembargo gegen diesen Staat erlassen hatte, kam es unter UN-Vermittlung zu einer Entspannung im beiderseitigen Verh√§ltnis (am 13. 9. 1995 Abkommen √ľber die Normalisierung der bilateralen Beziehungen). Minderheitenfragen (insbesondere die Situation der Griechen in S√ľdalbanien) und die seit 1990/91 zu Hunderttausenden illegal nach Griechenland gekommenen Albaner f√ľhrten zu zeitweiligen Spannungen mit Albanien; im M√§rz 1996 konnte ein griechisch-albanischer Vertrag √ľber Freundschaft und Zusammenarbeit geschlossen werden. Schwere Belastungen des griechisch-t√ľrkischen Verh√§ltnisses ergaben sich seit Jahrzehnten besonders durch den Konflikt um Zypern (erneut im August/September 1996 wegen der gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen griechischen und t√ľrkischen Zyprioten an der Demarkationslinie) und durch die anhaltende Kontroverse um die Hoheitsrechte in der √Ąg√§is (√Ąg√§isches Meer).
 
Im Januar 1996 trat K. Simitis (* 1936) die Amtsnachfolge des wegen schwerer Krankheit zur√ľckgetretenen Ministerpr√§sidenten Papandreu an; nach dessen Tod (Juni 1996) wurde K. Simitis im Juli auch Parteivorsitzender der PASOK, die die vorgezogenen Parlamentswahlen am 22. 9. 1996 erneut f√ľr sich entscheiden konnte (Best√§tigung der Regierung Simitis). Bei den Wahlen im April 2000 wurde die PASOK-Regierung erneut (wenn auch knapp) best√§tigt. Im Dezember 1999 war auch Staatspr√§sident K. Stephanopulos wieder gew√§hlt worden. Seit 1981 Vollmitglied der EG, erhielt Griechenland im Juni 2000 von der EU die Mitgliedschaft in der Euro-Zone (ab 2001) zugesagt. Im Sommer 2000 wurde die Frage der Entsch√§digung von NS-Opfern beziehungsweise der deutschen Besatzung erneut virulent (zuletzt 1995 von Deutschland zur√ľckgewiesen).
 
 
Allgemeines:
 
A. Philippson: Die griech. Landschaften, 4 Bde. (1950-59);
 E. Kirsten u. W. Kraiker: G.-Kunde, 2 Bde. (51967);
 F. Sauerwein: G. Land, Volk, Wirtschaft in Stichworten (1976);
¬†F. Sauerwein: Spannungsfeld √Ąg√§is (1980);
 W. Heller: Regionale Disparitäten u. Urbanisierung in G. u. Rumänien (1979);
 R. u. M. J. Clogg: Greece (Oxford 1980);
 
G., hg. v. K.-D. Grothusen (1980);
 N. Wenturis: Das polit. System G.s (1984);
 H. Baumann: Die griech. Pflanzenwelt in Mythos, Kunst u. Lit. (21986);
 
Geologie von G., hg. v. V. Jacobshagen (1986);
 B. Bockhoff: G. (1987);
 C. Lienau: G. (1989).
 
Historische Gesamtdarstellungen und Nachschlagewerke:
 
History of the Hellenic world, hg. v. G. A. Christopulos u. a., auf mehrere Bde. ber. (Athen 1974 ff.);
 
E. Bayer: Griech. Gesch. in Grundz√ľgen (61988);
 
G. Lex. der histor. Stätten. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, hg. v. S. Lauffer (1989).
 
 
Allgemein: G. Busolt u. H. Swoboda: Griech. Staatskunde, 2 Bde. (31920-26, Nachdr. 1972-79);
 
U. Wilcken: Griech. Gesch. im Rahmen der Altertumsgesch. (91962);
 
H. Berve: Griech. Gesch., 3 Bde. (2-31963);
 
V. Ehrenberg: Der Staat der Griechen (Z√ľrich 21965);
 
F. M. Heichelheim: An ancient economic history. From the palaeolithic age to the migrations of the Germanic, Slavic and Arabic nations, 3 Bde. (Leiden 1-31968-70);
 
Cambridge ancient history, hg. v. J. B. Bury u. a., Bd. 4-12 (Neuausg. Cambridge 1971-78);
 
E. Bayer: Griech. Gesch. (21977);
 
M. Cary: A history of the Greek world (Neuausg. London 1977);
 
F. Gschnitzer: Griech. Sozialgesch. Von der myken. bis zum Ausgang der klass. Zeit (1981);
 
H. Bengtson: Griech. Gesch. (61982);
 
J. Burckhardt: Griech. Kulturgesch., 4 Bde. (Neuausg. 21982);
 
W. Schuller: Griech. Gesch. (21982);
 
M. M. Austin u. P. Vidal-Naquet: Gesellschaft u. Wirtschaft im alten G. (a. d. Frz., 1984);
 
F. Kolb: Die Stadt im Altertum (1984).
 
Fr√ľhzeit: Eduard Meyer: Gesch. des Altertums, 8 Bde. (3-41910-58, Nachdr. 1975-78);
 
F. Cassola: La Ionia nel mondo miceno (Neapel 1957);
 
M. B. Sakellariu: La migration grècque en Ionie (Athen 1958);
 
M. B. Sakellariu: Les Proto-Grecs (ebd. 1980);
 
G. E. Mylonas: Mycenae and the Mycenaean age (Princeton, N. J., 1966);
 
A. M. Snodgrass: The Dark Age of Greece (Edinburgh 1971);
 
J. Chadwick: Die myken. Welt (a. d. Engl., 1979);
 
F. Schachermeyr: G. im Zeitalter der Wanderungen. Vom Ende der myken. √Ąra bis auf die Dorier (Wien 1980);
 
F. Schachermeyr: Die griech. R√ľckerinnerung im Lichte neuerer Forsch. (ebd. 1983);
 
E. Will: Le monde grec et l'orient, 2 Bde. (Paris 21980-85).
 
Archaische und klassische Zeit: A. García y Bellido: Hispania graeca, 3 Bde. (Barcelona 1948);
 
C. G. Starr: The origins of Greek civilization: 1100-650 B. C. (New York 1961);
 
C. G. Starr: The economic and social growth of early Greece 800-500 B. C. (ebd. 1977);
 
F. Kiechle: Lakonien u. Sparta (1963);
 
A. Graf Schenk von Stauffenberg: Trinakria (1963);
 
T. T. Ryder: Koine Eirene. General peace and local independence in ancient Greece (London 1965);
 
H. Berve: Die Tyrannis bei den Griechen, 2 Bde. (1967);
 
W. R. Connor: The new politicians of fifth century Athens (Princeton, N. J., 1971);
 
N. G. L. Hammond u. a.: A history of Macedonia, 3 Bde. (Oxford 1971-88);
 
G. E. M. de Sainte Croix: The origins of the Peloponnesian war (London 1972);
 
G. E. M. de Sainte Croix: The class struggle in the ancient Greek world (ebd. 1981);
 
Hellen. Poleis, hg. v. E. C. Welskopf, 4 Bde. (1974);
 
F. Bourriot: Recherches sur la nature du Génos, 2 Bde. (Lille 1976);
 
J. R. Ellis: Philipp II. and Macedonian imperialism (London 1976);
 
D. Roussel: Tribu et cit√©. √Čtudes sur les groupes sociaux dans les cit√©s grecques aux √©poques archa√Įque et classique (Paris 1976);
 
R. Sealey: A history of Greek city-states 700-338 B. C. (Berkeley, Calif., 1976);
 
D. M. Lewis: Sparta and Persia (Leiden 1977);
 
L. H. Jeffery: Archaic Greece. The city-states c. 700-500 B. C. (London 21978);
 
E. Ruschenbusch: Unters. zu Staat u. Politik in G. Vom 7.-4. Jh. v. Chr. (1978);
 
E. Ruschenbusch: Athen. Innenpolitik im f√ľnften Jh. vor Christus (1979);
 
P. Tozzi: La rivolta Ionica (Pisa 1978);
 
C. D. Hamilton: Sparta's bitter victories. Politics and diplomacy in the Corinthian war (Ithaca, N. J., 1979);
 
J. Buckler: The Theban hegemony: 371-362 B. C. (Cambridge, Mass., 1980);
 
W. G. G. Forrest: A history of Sparta: 950-192 B. C. (London 21980);
 
P. Funke: Homónoia u. Arché. Athen u. die griech. Staatenwelt vom Ende des peloponnes. Krieges bis zum Königsfrieden, 404/3-387/6 v. Chr. (1980);
 
Christian Meier: Die Entstehung des Polit. bei den Griechen (1980);
 
O. Picard: Les Grecs devant la menace perse (Paris 1980);
 
J. Boardman: Kolonien u. Handel der Griechen (a. d. Engl., 1981);
 
J. Cargill: The second Athenian league (Berkeley, Calif., 1981);
 
P. Faure: Die griech. Welt im Zeitalter der Kolonisation (a. d. Frz., 1981);
 
M. Finley: Early Greece. The Bronze and archaic ages (Neuausg. London 1981);
 
D. Kagan: The outbreak of the Peloponnesian war (Ithaca, N. J., 21981);
 
D. Kagan: The peace of Nicias and the Sicilian expedition (ebd. 1981);
 
D. Kagan: The fall of the Athenian empire (London 1987);
 
R. J. Hopper: Handel u. Industrie im klass. G. (a. d. Engl., 1982);
 
M. Clauss: Sparta (1983);
 
N. Ehrhardt: Milet u. seine Kolonien (1983);
 
J. V. A. Fine: The ancient Greeks. A critical history (Cambridge, Mass., 1983);
 
S. Hornblower: The Greek world 479-323 B. C. (London 1983);
 
K.-W. Welwei: Die griech. Polis (1983);
 
A. R. Burn: Persia and the Greeks (London 21984);
 
Ptolemy's Almagest, hg. v. G. J. Toomer (New York 1984);
 
J. Bleicken: Die athen. Demokratie (1985);
 
H.-J. Gehrke: Statist. Unters. zu den inneren Kriegen in den griech. Staaten des 5. u. 4. Jh. v. Chr. (1985);
 
H.-J. Gehrke: Jenseits von Athen u. Sparta. Das Dritte G. u. seine Staatenwelt (1986);
 
O. Murray: Das fr√ľhe G. (a. d. Engl., 21985);
 
M. Errington: Gesch. Makedoniens (1986);
 
B. S. Strauss: Athens after the Peloponnesian war (London 1986);
 
L. J. Sanders: Dionysios I. and Greek tyranny (ebd. 1987);
 
M. Stahl: Aristokraten u. Tyrannen im archaischen Athen (1987);
 
J. Wilson: Athens and Corcyra. Strategy and tactics in the Peloponnesian war (Bristol 1987).
 
Hellenismus: D. Magie: Roman rule in Asia Minor, 2 Bde. (Princeton, N. J., 1950, Nachdr. New York 1975);
 
A. Heuss: Stadt u. Herrscher des Hellenismus in ihren staats- u. völkerrechtl. Beziehungen (Neuausg. 1963);
 
F. W. Walbank: Philip V. of Macedon (Neuausg. London 1967);
 
J. A. O. Larsen: Greek federal states (Oxford 1968);
 
W. W. Tarn: Alexander d. Gr. (a. d. Engl., 1968);
 
W. W. Tarn: The Greeks in Bactria and India (Chicago, Ill., 31985);
 
J. Deininger: Der polit. Widerstand gegen Rom in G. 217-86 v. Chr. (1971);
 
A. H. M. Jones: The Greek city from Alexander to Justinian (Neuausg. Oxford 1971);
 
C. Habicht: Unters. zur polit. Gesch. Athens im 3. Jh. v. Chr. (1979);
 
R. Urban: Wachstum u. Krise des Achäischen Bundes (1979);
 
E. Will: Histoire politique du monde hellénistique, 2 Bde. (Nancy 21979-82);
 
J. W. Sedlar: India and the Greek world (Totowa, N. J., 1980);
 
M. Sordi: Storia politica del mondo greco (Mailand 1982);
 
V. Tcherikover: Hellenistic civilization and the Jews (New York 61982);
 
A. N. Sherwin-White: Roman foreign policy in the East: 168 B. C. to A. D. 1 (Neuausg. London 1984);
 
R. Bernhardt: Polis u. röm. Herrschaft in der späten Rep., 149-31 v. Chr. (1985);
 
A. Bastini: Der achäische Bund als hellen. Mittelmacht. Gesch. des achäischen Koinon in der Symmachie mit Rom (1987);
 
H. Bengtson: Die hellenist. Weltkultur (1988).
 
Römische Kaiserzeit: J. Day: An economic history of Athens under Roman domination (New York 1942, Nachdr. ebd. 1973);
 
U. Kahrstedt: Das wirtschaftl. Gesicht G.s in der Kaiserzeit (Bern 1954);
 
G. W. Bowersock: Augustus and the Greek world (London 1965, Nachdr. Westport, Conn., 1981);
 
G. W. Bowersock: Greek sophists in the Roman empire (London 1969);
 
J. Deininger: Die Provinziallandtage der röm. Kaiserzeit von Augustus bis zum Ende des 3. Jh. n. Chr. (1965);
 
D. Nörr: Imperium u. Polis in der hohen Prinzipatszeit (21969);
 
C. P. Jones: Plutarch and Rome (Oxford 1971);
 
S. Follet: Athènes au IIe et au IIIe siècle (Paris 1976);
 
S. Applebaum: Jews and Greeks in ancient Cyrene (Leiden 1979);
 
Aufstieg u. Niedergang der Röm. Welt, hg. v. H. Temporini u. a., Tl. II, Bd. 7,1 u. 7,2: Polit. Gesch. (1979-80);
 
R. Pera: Homonoia sulle monete da Augusto agli Antonini (Genua 1984);
 
A. J. Spawforth u. S. Walker: The world of the Panhellenion, in: The Journal of Roman Studies, Jg. 75 u. 76 (London 1985-86).
 
Weitere Literatur: auch Hellenismus, hellenistische Staatenwelt.
 
Byzantinische Zeit und Neuzeit:
 
A. Freiherr von Prokesch-Osten: Gesch. des Abfalls der Griechen vom T√ľrk. Reiche im Jahre 1821 u. der Gr√ľndung des Hellen. K√∂nigreiches, 6 Bde. (Wien 1853-67, Nachdr. Graz 1970, 3 Bde.);
 
E. Driault u. M. Lhéritier: Histoire diplomatique de la Grèce de 1821 à nos jours, 5 Bde. (Paris 1925-26);
 
S. P. Phocas-Cosmetatos: L'Entente et la Grèce pendant la grande guerre, 2 Bde. (ebd. 1926);
 
T. Papadopoullos: Studies and documents relating to the history of the Greek Church and people under Turkish domination (Br√ľssel 1952);
 
A. Papagos: G. im Kriege 1940-1941 (a. d. Frz., 1954);
 
B. Sweet-Excott: Greece. A political and economic survey 1939-1953 (New York 1954);
 
E. Schramm von Thadden: G. u. die Großmächte im Zweiten Weltkrieg (1955);
 
E. S. Forster: A short history of modern Greece, 1821-1956 (London 31958);
 
D. Pentzopoulous: The Balkan's exchange of minorities and its impact upon Greece (Paris 1962);
 
S. G. Xydis: Greece and the Great Powers 1944-1947 (Saloniki 1963);
 
D. G. Kousoulas: Revolution and defeat (London 1965);
 
D. Tsakonas: Geist u. Gesellschaft in G. (1965);
 
E. O'Ballance: The Greek civil war: 1944-1949 (London 1966);
 
G. Finlay: History of the Greek revolution and of the reign of King Otho, 2 Bde. (Neuausg. ebd. 1971);
 
D. Dakin: The unification of Greece, 1770-1923 (ebd. 1972);
 
D. Dakin: The Greek struggle for independence, 1821-1833 (ebd. 1973);
 
The Greek merchant marine, 1453-1850, hg. v. S. A. Papadopoulos (Athen 1972);
 
B. P. Mathiopoulos: Soziale Frage u. Sozialismus in G. (21974);
 
D. A. Zakythinos: Le despotat grec de Morée, 2 Bde. (a. d. Neugriech., Neuausg. London 1975);
 
A. E. Bakalopulos: The Greek nation, 1453-1669. The cultural and economic background of modern Greek society (a. d. Neugriech., New Brunswick, N. J., 1976);
 
A. E. Bakalopulos: Griech. Gesch. v. 1204 bis heute (a. d. Neugriech. u. Frz., 1985);
 
C. M. Woodhouse: Modern Greece. A short history (London 41986);
 
M. Strobel: Machtwechsel in G. Eine Analyse der Panhellen. Sozialist. Bewegung (PA.SO.K.) zw. 1974 u. 1989 (1993);
 
G. Tsakalidis: Die Integration G.s in die Europ. Union (1995).

* * *

Grie|chen|land; -s: Staat auf der Balkanhalbinsel.

Universal-Lexikon. 2012.


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